„Bernd Dopp war schon immer ein erklärter Fan meiner Produktionen“, sagt Timo Maas im Gespräch mit MusikWoche. Der Warner-Chef nahm ihn für das aufwändige neue Album unter Vertrag. „Ich hatte etwas Pech bei PIAS und edel und arbeitete nun erstmals vernünftig mit einem Major. Das Warner-Team versteht, was ich will.“ Maas genoss die künstlerischen Freiheiten. Zweieinhalb Jahre arbeitete er an dem aktuellen Logplayer zusammen mit seinem langjährigen Partner Martin Buttrich.
Am Anfang stand der weltweit erfolgreiche Elektronikkünstler vor der Entscheidung, wie er das Album konzipieren sollte. „Martin Buttrich hat mich gefragt, ob ich diesmal ein DJ- oder ein Artist-Album machen wollte. Und meine Antwort war ganz klar – ein Künstleralbum“, erzählt Maas. Die 2003 erschienene CD „Loud“ sei noch eine Gratwanderung zwischen beiden Welten gewesen, weil er damit auf die Erfordernisse der DJ-Kultur eingehen wollte. Die Tracks auf „Pictures“ seien nun jedoch viel abstrakter und verspielter, wie „Musik zu einem Film, der erst noch gedreht werden muss – ein trippiges Gesamtkunstwerk“. In die Aufnahme-Sessions seien alle Erfahrungen aus den vergangenen Jahren eingeflossen, auch die Erkenntnisse aus der Remix-Arbeit, die Maas unter anderem bei Mixen für Madonna und Depeche Mode gewann. „Mein Ziel war es, avantgardistischer als klassische Dance-Produktionen zu arbeiten.,Pictures‘ ist endlich ein Album geworden, wie ich es immer wollte: nicht zu trendy und bis zu einem gewissen Grad zeitlos.“ Besonders produktiv verlief die Arbeit mit den Gastsängern. Erneut ist Kelis mit dabei; auch Neneh Cherry singt auf einem Stück, und Brian Molko von Placebo ist gar auf drei Songs zu hören. Maas hatte den englischen Sänger auf einem Festival kennen gelernt; für die Produktion reiste Molko eigens nach Hannover ins Studio von Buttrich. „Wir hatten zunächst großen Respekt voreinander, doch dann sagte er mir, wie sehr er die Club-Musik liebt“, sagt Maas.
Und das Eis war gebrochen. So wie der DJ auf seinem Album Elemente der verschiedenen Genres kreativ zusammenführt und elektronische Beats mit Rock-Sounds kombiniert, so beobachtet er gleichzeitig auch die internationale Entwicklung und stellt dabei fest, dass sich beide Welten noch stärker mischen. Fazit: „Mein Album ist Grenzgänger- musik.‘



