Optisch fällt das Ensemble nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch die Kleiderwahl auf: Die Musiker hüllen sich kollektiv in wallende weiße Gewänder, was in Einheit mit den lebensfrohen Texten, die Licht und Sonne preisen und Selbstmord als „Schande“ geißeln, die Gruppe unter Sektenverdacht brachte. Bandkopf Tim DeLaughter weist dies von sich: „Obwohl viele von uns gläubig sind, sind wir keine Missionare. Ich selbst habe mich nie für religiös gehalten. Erst als wir immer mehr zusammen spielten, entdeckte ich eine Art Religiosität in mir, die aus einer positiven Einstellung zum Leben entspringt.“ Die seltsame Kostümierung habe rein praktische Gründe: „Es erschien mir verwirrend, 24 Personen in Straßenkleidung auf der Bühne zu sehen. Die Roben sind sehr einfach und stellen die Musik in den Vordergrund.“
Die Songs des in nur zwei Tagen entstandenen Debütalbums servieren ein opulentes, ausgefallenes Menü inklusive Streichern, Bläsern, Harfen und Elektronik. Da finden sich Anklänge an Beach Boys, Love, Flaming Lips, das „Hair“-Musical und späte Beatles. Ein einmaliges Naturereignis stellen indes die umwerfend voluminösen Chorgesänge dar. Die wea hofft laut Jürgen Reichert, Head of Press Rock/Alternative, das Rauschen im Blätterwald der begeisterten Presse in Großbritannien, wo das Album kurz vor Goldstatus steht, auf Deutschland übertragen zu können. Magazine wie „Spex“, „Intro“ und „Visions“ haben bereits Stories zugesagt.
Beim Terremoto-Festival in Weeze am 31. August führen The Polyphonic Spree ihr von Konzertbesuchern und Medien als mitreißendes Happening und euphorisches Erweckungserlebnis gefeiertes Live-Spektaktel erstmals vor deutschem Publikum auf. „Auf der Bühne feiern wir einfach, dass wir dort stehen“, so DeLaughter. „Wenn vier Leute auf einer Bühne rocken, ergibt dies ein hohes Energielevel. Stell dir nun diese Energie mit sechsmal mehr Leuten vor. Du hast 24 Leute, die dieses Gefühl von Energie ausleben, es auf das Publikum übertragen und von diesem wieder zurückbekommen. Es ist, wie Rocky zu sein“, schwärmt der Vorsänger und Songschreiber der Formation. Ein aktueller Deal mit dem Walt-Disney-Label Hollywood Records eröffnet der Band künftig die Perspektive der Verbreitung ihrer Musik über alle Entertainment-Kanäle des Disney-Konzerns.



