“Ein Rockalbum ist genau das, was der Szene momentan fehlt“, zeigt sich Sänger Ian Astbury überzeugt, „zufällig kommen wir genau zum richtigen Zeitpunkt, denn Rock-Bands wie uns gibt es nicht mehr“.
Astbury und Gitarrist Billy Duffy arbeiteten ab 1984 zusammen, bis der Vokalist 1995 die Band auf einer Südamerika-Tour verließ. Die beiden Hauptdarsteller des britischen Traditionsunternehmens könnten nicht unterschiedlicher sein: „Wie Salz und Pfeffer“ beschreiben sie sich selber. Der blonde Gitarrist ist bodenständig, verlässlich und sparsam, der Sänger dagegen träumerisch, kreativ und ständig pleite.
Mit „Beyond Good And Evil“ (CD-Best.-Nr.: 7567-83440-2) knüpft das gegensätzliche Duo an seine erfolgreichsten Alben „Electric“ (1987) und „Sonic Temple“ (1989) an. Es gilt die Devise: keine Experimente. Hochfliegende, melancholische Gesänge werden von schwerem Riff-Handwerk unterlegt, Neuland wie etwa mit ihrem Album „The Cult“ (1994) betritt The Cult hier nicht.
Eine Tour durch kleine Clubs kann sich Duffy nicht vorstellen: „The Cult hat ein überlebensgroßes Image, die Leute brauchen diesen Eskapismus. Auf einer großen Bühne wirken wir immer etwas besser.“
Die Konkurrenz etwa aus dem Nu-Metal-Lager fürchten die Musiker nicht: „Viele Typen, die heute auf die Bühne taumeln, haben es einfach nicht im Blut“, meint Astbury geringschätzig. „Sie sind auf Platte besser, live fühlen sich die Fans immer betrogen. Wir dagegen waren eine Liveband, die man zwingen musste, Aufnahmen zu machen.“ „Schluss mit Kasper-Mucke“, dieses eastwest-Gütesiegel für Rock-Bands prangt auch auf Anzeigen und Plakaten für The Cult. Außerdem kündigt Produktmanager Ole Kirchhoff einen Festivalauftritt seiner Schützlinge beim „Mera Luna“ Anfang September an.
Neben einer breiten Berichterstattung in der Musikpresse und bundesweiter Bauzaunplakatierung laufen auch TV-Spots bei MTV und Viva Zwei. Auf der Website der Band können sich Fans kostenlos den Titel „Rise“ als MP3 herunterladen.



