Der Medienkonzern Bertelsmann hat sich die außergerichtliche Einigung mit der EMI Group im Napster-Fall rund 75 Millionen Euro oder rund 100 Millionen Dollar kosten lassen. Das zumindest will die gewöhnlich gut informierte britische „Times“ erfahren haben. Bertelsmann hätte bereits in seiner jüngsten Jahresbilanz Rückstellungen für rechtliche Risiken über 101 Million Euro aufgeführt. Der derzeit in einer finanziellen Krise steckende EMI-Konzern habe davon offenbar einen großen Anteil erhalten, hieß es aus London.
Bertelsmann und EMI als letzter klagender Major hatten sich erst vor wenigen Tagen auf den Vergleich geeinigt. Das seit Jahren laufende Verfahren gegen Bertelsmann ist damit allerdings noch immer nicht abgeschlossen. Eine Reihe von unabhängigen Labels und Musikverlagen pocht weiterhin auf Schadensersatz für die von Napster einst verursachten Urheberrechtsverletzungen, die Bertelsmann angeblich mit seinen Millionenkrediten zusätzlich verlängert hatte. Universal Music zog seine Klage im September 2006 nach einer Vergleichszahlung von 60 Millionen Dollar zurück


