Musik

Termidor: Detlef Engelhard bündelt die Timba-Labels

Veteranen und Newcomer aus dem Umfeld des Buena Vista Social Club sind bei Termidor richtig. Für Ecos De Siboney, die Gruppe von Compay Segundos Enkelsöhnen, produzierte der Musikverlag das Debüt „Saludo Compay“. Sein Label Timba vermarktet Detlef Engelhard künftig mit dem Slogan „The Finest in Latin-World-Music“.

“Compay Segundo schneite während der Aufnahmen zu ‚The Next Generation‘ ins Studio und schlug vor, auch seine Enkelsöhne noch mit auf das Album zu nehmen“, erinnert sich Detlef Engelhard. Unter dem ursprünglichen Titel „Buena Vista: The Next Generation“ kam der Longplayer im vergangenen Oktober in den Handel, musste aber aus namensrechtlichen Gründen wieder vom Markt genommen werden. Mittlerweile ist die Produktion mit diversen Sprösslingen von Künstlern des Buena Vista Social Club – darunter Rubén González Junior, Manuel Licea und Lazaro Lopez Cachao – unter dem neuen Titel „Havana – The Next Generation“ (Bestellnummer 89 59772-2, im Vertrieb von BMG Ariola) wieder erhältlich. Zugleich wurde mit der vielversprechenden Formation Ecos De Siboney ein eigenes Album produziert. „Saludo Compay“ (89 59775-2) ist eine leidenschaftliche Hommage der drei Enkel Alejandro, Ernesto und Leonardo Repilado an den mittlerweile 96-jährigen Komponisten des Buena-Vista-Hits „Chan Chan“. Damit fährt Termidor weiterhin recht erfolgreich im Kielwasser der Kuba-Welle. Tatsächlich aber setzt Engelhard mit eigenen Produktionen schon seit 25 Jahren Maßstäbe im Bereich Latin-Jazz. „Leider springt das deutsche Publikum auf Künstler wie Julio Barretto und Juan Pablo Torres nicht an, wenn deren Produktionen als Jazzalben vermarktet werden“, bedauert der Inhaber von Termidor. „In den USA dagegen, wo diese Musiker im Latin/World-Segment zu finden sind, konnte Torres‘ letzte Produktion 8000 Stück absetzen.“ Als Konsequenz führt Engelhard seine beiden Labels Timba sonline und Timba jazzline in Timba zusammen und vermarktet das von Tropical Music administrierte Label künftig unter dem Slogan „The Finest in Latin-World-Music“. Der strategische Schritt macht auch künstlerisch Sinn, denn häufig sind die Stilgrenzen fließend. Das aktuelle Solodebüt „Presente y Pasado“ (89 59776-2, VÖ: 28. April) von Guillermo „Rubalcaba“ Gonzalez etwa überwindet mühelos die Grenzen zwischen Jazz und Salsa. Mit tatkräftiger Unterstützung der All Star Formation Soneros De Verdad verbindet der 76-jährige Pianist die kubanische Salonmusik des frühen 20. Jahrhunderts mit modernen Strömungen. Bislang genießt vor allem sein Sohn Gonzálo Rubalcaba als einer der führenden Latinjazz-Pianisten internationalen Ruhm. „Auf Kuba ist auch Rubalcaba Senior eine Legende“, weiß Engelhard. „In den 50er-Jahren trug er als Pianist von Enrique Jorrin zum Siegeszug des Cha Cha Cha bei. Bei den Konzerten der Soneros De Verdad, die allein in Deutschland 200.000 Menschen besuchten, bekamen seine Soli stets Standing Ovations.“