Die Distributed Computing Industry Association (DCIA), ein US-Verband für diverse Peer-To-Peer-Dienste und Betreiber von Filesharing-Netzwerken, will am 8. Oktober Pläne vorstellen, wie mit bislang illegalen Tauschbörsen wie KaZaA künftig Geld für die Musikindustrie und die Urheber verdient werden soll. Bereits vorab sickerte durch, dass die DCIA den Plattenfirmen vorschlagen will, sie möchten ihre Musikfiles künftig einheitlich kodieren bevor diese dann in die Tauschsysteme eingespeist werden. Danach sollen die Internet Service Provider (ISPs) in der Lage sein, den Tausch-Traffic zu verfolgen und den jeweiligen Nutzern in Rechnung zu stellen. Mit diesen Einnahmen sollen Labels und Verlage bezahlt werden und KaZaA und Co. legal werden. Einziger Haken an dem ambitionierten Projekt: Alle ISPs und Filesharing-Dienst müssen sich daran beteiligen. Und es gilt als höchst fraglich, inwieweit sich die zum Teil eher rebellisch gesinnten P2P-Firmen vor einen gemeinsamen Karren spannen lassen. Dennoch ünterstützen Firmen wie Altnet oder der KaZaA-Anbieter Sharman Networks die Initiative. Nach internen Berechnungen der DCIA könnten im Falle des Zustandekommens einer solchen großen P2P-Koalition dreistellige Millionenbeträge umgesetzt werden – pro Monat. In den ersten Monaten nach dem Start prognostiziert die DCIA Einnahmen von je 200.000 Dollar, nach drei Jahren würden die Monatsumsätze mit bezahlten Tauschbörsen-Downloads auf 900 Mio. Dollar steigen. Vorraussetzung: Die Lables berechnen 50 Cent pro Song und der Zustrom der Nutzer verringert sich nicht durch die Gebühreneinführung. Zur Erinnerung: Bereits im Februar 2001 versprach Napster – seinerzeit unter der Ägide der Bertelsmann eCommerce Group – den Plattenkonzernen jährliche Einnahmen von 200 Mio. Dollar.
Mehr zum Thema Zur Hompage der DCIA (21.02.01)


