“Momentan jammern alle über die Krise der Branche – aber bei uns war es dieses Jahr das genaue Gegenteil“, erzählt Markus Wenzel, einer der beiden Geschäftsführer von Superstar Recordings, im Gespräch mit musikwoche.de. Dies macht er an den Erfolgen verschiedener Tracks von Superstar fest. Vor allem „Kaltes klares Wasser“ von Malaria! vs. Chicks On Speed und On The Move von Barthezz konnten in den Dance- wie auch den Verkaufs-Charts von Media Control Erfolge verbuchen. Mehr erhofft habe sich Superstar von „Schwarze Puppen“ vom gleichnamigen Overdose-Projekt und „My Love“ von Kluster – dennoch hätten diese Stücke in ihrem Feld reüssiert. „Es war schon immer unsere Philosophie, uns aus allen Styles etwas herauszupicken, wobei dieses Jahr besonders die krassen und ausgefalleneren Stücke von Malaria! und Horrowitz funktioniert haben“, erläutert Wenzel. Vier Tracks standen an der Spitze der DDC-Liste und erstmals gehört das Offenbacher Label zu den Nominierten der German Dance Awards. „Das ist für uns die wichtigste und schönste Auszeichnung in diesem Jahr“, meint Wenzel, der von allen sonstigen Treffpunkten der Dance-Szene das Amsterdam Dance Event als „extrem positiv“ erwähnt. Hier habe er auch festgestellt, dass Musik von deutschen Dance-Produzenten im Ausland stark gefragt sei. „Gerade aus England gibt es in den letzten Jahren eine starke Nachfrage nach deutscher Musik. Ich bin stolz, dass wir mit DuMonde vs. Lange dort nun einen Charts-Entry melden können. Und auch als DJ ist DuMonde in Großbritannien zurzeit sehr gefragt.“ Dennoch räumt Wenzel ein, dass die Singles-Verkäufe nicht mehr so hoch sind wie noch vor einigen Jahren. „Tracks, die 500.000 Einheiten verkaufen, bilden heute die Ausnahme. Andererseits bewegen sich die Verkäufe nicht auf einem Niveau, das Anlass zum Jammern gibt.“ Problematisch beurteilt er die Entwicklungen im Compilation-Markt: „Die großen Firmen begegnen sinkenden Verkaufszahlen mit immer mehr Kopplungsreihen, während gleichzeitig zu viele kleine Firmen mit schlechten Zusammenstellungen auf den Markt drängen.“ Darauf will Superstar mit einer noch stärkeren Selektion der Titel antworten: „Wichtig ist, für jeden Track adäquat Geld auszugeben und die Kosten für Videos im Rahmen zu halten.“ Dies werde auch für die Singles „Hey Little Girl“ von Mathias Schaffhäuser und „La La Land“ von Green Velvet gelten, die Anfang 2002 die Erfolgsserie von Superstar Recordings fortsetzen sollen.
Superstar Recordings blickt auf erfolgreichstes Jahr zurück
„Krasse und ausgefallene“ Songs haben funktioniert


