Tony Joe White nennt „The Heroines“ eine „Hommage an große Heldinnen von mir, deren Stimmen ich liebe und von denen die meisten über die Jahre hinweg verschiedene Songs von mir aufgenommen haben“. So enthält das Album neben Titeln, die White allein singt, Duette mit Shelby Lynne, Lucinda Williams, Emmylou Harris, Jessi Colter und seiner Tochter Michelle White. Ehefrau Leann beteiligte sich als Texterin an drei Songs und steuerte die Coverfotos bei. Das Familienunternehmen komplettiert Sohnemann Jody White, der die CD produzierte und seinem Vater auch in Sachen Business, Management und Publishing zur Seite steht. Die Sessions gingen im Heimstudio der Whites in Franklin, Tennessee, über die Bühne, wobei die Duette mit den „Girls“, wie der Swamp-Rock-Veteran im breiten Südstaatenakzent anmerkt, auf unterschiedliche Weise entstanden.
„Michelle, Emmylou und Jessi sangen mit mir in unserem Studio. Die Aufnahme von Shelby Lynne ist schon vier oder fünf Jahre alt. Wir schrieben den Song am Lagerfeuer hinter meinem Haus und verewigten Shelbys Stimme auf meinem analogen 16-Spur-Aufnahmegerät. Kürzlich hörte ich mir das Band an und wusste: Das ist perfekt. Da gibt es nichts zu ändern.“ White sang neu seinen Part dazu – fertig war das Stück. Da Lucinda Williams unter Flugangst leidet, nahm Jody White ihren Gesang und die Bläser mit mobilem Equipment in L.A. auf und vollendete den Track dann auf Daddys geliebter 16-Spur-Maschine – eine Aktion, die Traditionalist Tony Joe White wie „eine Mission des Raumschiffs Enterprise“ vorkam.
Die CD ist ein Destillat aus den populären Genres der amerikanischen Südstaaten – von Blues über Soul, Funk, Jazz und Country bis Folk und Rock. Das Etikett „Swamp-Rock“ für seinen Stil gefällt dem Vollblutmusiker: „Schließlich stamme ich aus den Sümpfen von Louisiana. Und ich mag die mysteriöse Komponente des Begriffs,Swamp'“. Stolz ist der 61-Jährige darauf, wie viele Stars seine Songs einspielten – von Elvis Presley und Roy Orbison über Tina Turner bis Isaac Hayes. Als einschneidendes Erlebnis schildert er, wie er zum ersten Mal „Rainy Night In Georgia“ in der Version von Brook Benton hörte: „Ich spielte den Song 50-mal hintereinander. Dass jemand meine Worte singt und etwas so Schönes daraus schafft – das zeigte mir, dass das Songschreiben keine Grenzen kennt.“



