Musik

Studie zu den Chancen der DVD-Audio von Warner und Universal

Eine von Warner Music und Universal Music in Auftrag gegebene Studie sieht in der DVD-Audio ein „Medium der Zukunft“. Testpersonen aus den Bereichen Klassik, Jazz und Pop schätzten die Klangqualität des neuen Formats als besser ein als die herkömmlicher CDs. Dennoch würden nur 35 Prozent der Befragten einen Preis von etwa 50 Mark bezahlen.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das neue Format ein „großes Potenzial besitzt, zum Audio-Medium der Zukunft“ zu werden. Dies wird in der Analyse vorrangig damit begründet, dass alle befragten Testpersonen die Relevanz der Audioqualität für ihren Hörgenuss bekräftigten und sich im direkten Vergleich zwischen herkömmlicher CD und DVD-Audio für das DVD-Format entschieden.

Die Studie hatte sich zum Ziel gesetzt, die Wahrnehmung und Beurteilung des neuen Mediums durch den potenziellen Käufer zu bestimmen. Zugleich sollte herausgefunden werden, welche Zusatzfeatures die Konsumenten wünschen und wie viel Geld die Käufer für das neue Format ausgeben würden. Dafür wählten die Verantwortlichen 152 Tonträgerkäufer aus: 30 Klassikhörer mit hohen Ansprüchen an Klangqualität und Hifi-Ausstattung, 30 Klassik- und 31 Jazzliebhaber mit durchschnittlicher Geräteausstattung, 30 Popmusikhörer mit Erfahrung im Surroundklang und 31 Popmusikfans mit durchschnittlicher Ausstattung ohne Surrounderfahrungen.

Bei einem Blindtest mit Hörproben von CD und DVD-Audio sollten die Versuchspersonen ihre Eindrücke und Präferenzen angeben, wobei alle erklärten, dass Audioqualität für das Hörerlebnis wichtig sei. Diese Relevanz werteten die audiophilen Tester mit Surrounderfahrung sogar noch höher, worauf die Studie folgert, dass „Erfahrungen mit einem Surroundmedium bereits zu einem erhöhten Qualitätsanspruch“ führt. Im direkten Vergleich hörten 90 Prozent der Testpersonen Unterschiede zwischen CD und DVD-Audio. Bei der Entscheidung zwischen den beiden Formaten nahm jedoch die Präferenz für DVD-Audio je nach Erfahrungsgrad mit audiophilen Formaten zu.

Vor allem lobten die Versuchspersonen Verbesserungen beim räumlichen Hören, beim Klangvolumen und bei der Transparenz der einzelnen Instrumente. Auch Zusatzfunktionen wurden begrüßt, wobei Pop- und Jazzhörer gegenüber integrierten Videos aufgeschlossener waren als Klassikhörer. Bei einer Preiseinschätzung von rund 50 Mark pro Audio-DVD bezeugen nur 35 Prozent Kaufinteresse, so die Studie.

Weil von knapp 31 Millionen Tonträgerkäufern etwa die Hälfte „aktive Musikkonsumenten und keine Nebenbeikonsumenten“ seien, könnte DVD-Audio demnach „zurzeit mehr als fünf Millionen kaufbereite Konsumenten erreichen“. Gerade die massenmarktrelevante Gruppe der Popfans habe ein „überdurchschnittliches Interesse“ am neuen Format gezeigt.

Als Fazit hält die Studie fest, dass DVD-Audio das Tonträgerformat mit dem momentan „höchsten zukunftsgerichteten Ausschöpfungspotenzial“ sei und „eine größere Marktbedeutung“ habe als bisher angenommen. Um das Format jedoch den Verbrauchern näher zu brigen, sei eine Aufklärungskampagne wichtig. Aus diesem Grund wollen einige Majors in „naher Zukunft“ eine Roadshow organisieren, um das Format für den Konsumenten „erlebbar zu machen.“