Der erste Teil der Studie beschäftigt sich mit der Hardwareausstattung der Konsumenten. 13 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren haben einen CD-Brenner in ihrem Haushalt zur Verfügung. CD-Audio-Recorder besitzen 1,1 Prozent der Befragten, MP3-Player ganze 0,9 Prozent.
Die Zahl der CD-Brenner wird sich laut der Studie im nächsten Jahr aber fast verdoppeln: 12,9 Prozent der Befragten wollen sich einen Brenner kaufen. Über Freunde und Bekannte haben 25,5 Prozent Zugriff auf so ein Gerät. Interessant ist, dass laut GfK nur 41,2 Prozent der Bevölkerung wissen, was ein CD-Brenner ist, bei CD-Audiorecordern sind es 9,8 Prozent.
Die wichtigsten Gründe für die Anschaffung eines Brenners sind laut der Studie die Möglichkeit, sich individuelle CDs anfertigen zu können, günstige Datenspeicher und die mobile Verwendbarkeit von CDs. Kopien für Freunde anzufertigen, liegt als Anschaffungsgrund auf dem 13. und letzten Platz.
Der zweite Teil behandelt das Thema „Überspielen von Inhalten“. 24,8 Prozent der Bevölkerung haben in den vergangenen zwölf Monaten CDs selber gebrannt oder brennen lassen, 54 Prozent aller gebrannten CDs wurden mit Musik bespielt. Als Gründe für das Brennen stehen an erster Stelle die Wünsche der Konsumenten nach individuell zusammengestellten CDs (85 Prozent, Mehrfachnennungen waren möglich). Die Abneigung gegen Plattenfirmen – nach dem Motto „Die verdienen schon genug Geld“ – kommt erst an siebter Stelle.
Die Studie zeigt außerdem, dass vor allem Neuheiten (auf 43 Prozent aller gebrannten Musik-CDs), seltenere Stücke und Popmusik besonders vervielfältigt werden, Jazz, Volksmusik und Comedy dagegen am wenigsten (siehe Grafik). Auf die Frage, welche Maßnahmen die illegale Vervielfältigung am besten eindämmen könnten, geben die Konsumenten eine eindeutige Antwort: 41,5 Prozent würden bei einem vorhandenen Kopierschutz das Überspielen aufgeben, eine zurückverfolgbare Herkunft würde 21,4 Prozent der Befragten abschrecken.
Der dritte Abschnitt der Studie geht auf das Downloaden von Songs aus dem Internet ein. 6,4 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren haben im vergangenen Jahr Songs aus dem Internet auf ihren Rechner geladen, im Schnitt 26 Stück pro Person. Bezahlt haben die Befragten nur für 5,5 Prozent dieser Downloads.
Der Bundesverband Phono dokumentiert auch die Auswirkungen von Downloading auf die Tonträger-Verkäufe: Zwei Prozent der Befragten kaufen seitdem mehr, 10,3 Prozent weniger Singles. 11,6 Prozent der Befragten erwerben weniger Alben, 5,2 Prozent haben hingegen ihre Kaufaktivitäten verstärkt.
der bundesverband phono…. …ist der Auftraggeber der neuen sogenannten „Brenner-Studie“, die das Verhalten der Konsumenten beim Gebrauch moderner Vervielfältigungstechniken und beim Herunterladen von Songs aus dem Internet beleuchten soll. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat dazu 10.000 Personen ab zehn Jahren schriftlich befragt. Als Zielsetzung gab der Bundesverband die Ermittlung der aktuellen Hardware-Bestände von CD-Brennern, CD-Audiorecordern und MP3-Playern sowie die Analyse des Nutzungsverhaltens in Bezug auf Herunterladen von Musik aus dem Internet sowie das Nutzungsverhalten beim digitalen Kopieren vor. Die Befragungen fanden im April 2001 statt, im vergangenen Jahr hatte der Verband bereits eine ähnliche Studie vorgestellt. Die Veröffentlichung der Zahlen stieß auf ein reges Medienecho: Zahlreiche Tages- und Wochenzeitungen berichteten darüber. musikwoche.de hat die wichtigsten Ergebnisse und Zahlen der Studie zusammengefasst.



