Hunderte Verteidiger von uneingeschränkt freiem Datenaustausch demonstrierten dieses Wochenende auf den Straßen Stockholms gegen polizeiliche Maßnahmen gegen Internetpiraten. Als Anlass gelten erfolgreiche Razzien der Behörden bei Betreibern von Onlinediensten wie Pirate Bay. Bei einem kürzlichen Schlag gegen diese Suchseite wurden 200 Server beschlagnahmt und drei Männer festgenommen. Als Reaktion darauf häuften sich Angriffe auf Homepages staatlicher Autoritäten. So wurde beispielsweise der Internetauftritt der schwedischen Regierung am 3. Juni über mehrere Stunden hinweg beeinträchtigt. Am Tag nach den Razzien wurde die Online-Präsenz der schwedischen Polizei extern sogar offline gestellt. Der schwedische Geheimdienst untersucht momentan einen eventuellen Zusammenhang zwischen den Sabotageakten und Hackern, die gegen das polizeiliche Vorgehen protestieren.
Die digitale Piratenbucht hatte sich im vergangenen Jahr nach der Schließung der Index-Seiten SuprNova und LokiTorrents mit zuletzt mehr als einer Mio. Seitenbesucher als eine der wichtigsten Such- und Schaltstellen für das BitTorrent-Netzwerk entwickelt und bot Links zu – meist illegalen – Torrent-Downloads von Filmen, Musik, Games und TV-Shows an. Pirate Bay läuft seit der vermeintlichen Zerschlagung über Backups und neue Server in den Niederlanden. Nach Angaben der Betreiber verfügt die Seite bereits über mehr als eine Million registrierte Nutzer.
Proportional gesehen hat Schweden mit fast einer Million aktiver Filesharer eine weltweite Führungsrolle im illegalen Austausch von urheberrechtlich geschützten Daten inne.


