“Neo-Con“, das ist nicht nur der Titel des neuen Albums der Rolling Stones; vorrangig steht die Abkürzung für den so genannten Neokonservatismus, eine politische Strömung, die seit der Amtsübernahme von George W. Bush die außenpolitischen Aktivitäten der Vereinigten Staaten prägt. Zu verstehen hat man darunter das rigide Ordnungsbestreben der amerikanischen Regierung, die zur Herstellung von Frieden auch vor militärischen Einsätzen nicht zurückschreckt.
So unmissverständlich der Titel des ersten Stones-Albums seit immerhin acht Jahren auch sein mag – die Band selbst hat zu den Mutmaßungen noch keine Stellung genommen. Alles, was bislang nach außen drang, ist die Nachricht, dass die Veröffentlichung der Platte für die erste Septemberhälfte geplant ist. Außerdem soll die erste Single „Oh no, not you again“ heißen – eine Zeile, die so manch einer durchaus mit dem US-Präsidenten in Verbindung bringen könnte.
Marketing-Guerillas
Was auch immer die Stones zu sagen haben: Der neue Schachzug der Rocklegenden ist jedenfalls strategisch unschlagbar. Denn der Ticketverkauf für die vor zweieinhalb Monaten angekündigte läuft auf Hochtouren. Und die Gerüchte um die inhaltliche Ausrichtung der Texte dürfte nun noch mehr Menschen dazu anregen, sich das Live-Ereignis nicht entgehen zu lassen.


