musikwoche.de: Fühlen Sie sich vom NDR gerecht behandelt? Joachim Deutschland: Ich halte das für eine Frechheit. Ich verstehe ja, wenn der NDR seine Show gradlinig planen will. Aber der Stoiber-Song war seit mindestens sechs Monaten auf meiner Website (www.joachim-deutschland.de) zu hören, ohne dass sich irgendwer darüber aufgeregt hätte.
mw: Gibt es den Song nicht auf CD? Deutschland: Nein, der wurde nie auf Tonträger veröffentlicht. Das war ja auch eher ein Studioprodukt, das es nur auf meiner Homepage zu hören gibt.
mw: Sie finden den Song also nicht anstößig? Deutschland: Zumindest müsste man mich deswegen nicht disqualifizieren. Schließlich wollte ich ja mit dem Song „Marie“ antreten, der textlich übrigens auch nicht gerade zimperlich ist.
mw: Dort ist von „Du Schlampe, du Drecksau“ in Bezug auf ihre verflossene Liebe die Rede. Aber waren dem NDR die sexuellen Anzüglichkeiten in Bezug auf die Stoiber-Familie zu viel des Guten? Deutschland: Mich hat Edmund Stoibers plumpe Art, seine Familie für den Wahlkampf zu missbrauchen, angekotzt. Darum der Song. Für mich ist die Familie eines der höchsten Güter.
mw: Sind Sie nun der Grand-Prix-Punk? Deutschland: Ich wollte nicht zum Grand Prix, um der Veranstaltung zu schaden. Vielmehr wollte ich dieses Forum für meine Karriere nutzen.
mw: Daraus wird ja nun nichts… Deutschland:… weil ich meine Klappe nicht halten konnte. Unser Promotion-Plan ging somit in die Hose. Aber deswegen bekommt bei Chet Records oder Sony Music niemand kalte Füße. Allerdings würde ich einigen Leuten künftig empfehlen, bei meinen Songs öfter zweimal hinzuhören.
mw: Der Grand-Prix-Zug ist jedoch für Sie nun abgefahren, oder? Deutschland: Nun ja, wenn mich der NDR unter der Bedingung, dass ich den Stoiber-Song von meiner Website nehme, wieder haben wollte, würde ich nicht ablehnen.



