In der Diskussion um eine Radioquote für nationale Produktionen und Newcomer schlägt Frank Spilker, Sänger der Formation Die Sterne, ein Punktesystem als Alternative vor. „Niemand muss noch beweisen, dass das wirklich coole Zeug auch in deutscher Sprache gesungen werden kann“, erklärt Spilker in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 25. August. Gleichzeitig sieht er die Gefahr, dass reglementierte Medien statt „Flexibilität und Weltoffenheit“ als „Grundvoraussetzungen einer lebendigen Kultur“ zu zeigen, im schlimmsten Fall dazu verdammt seien, „provinziellen Mist über den Äther zu schicken“. Eine Lösung des Problems sieht Spilker in der „Einführung eines Punktesystems, das sich umgekehrt proportional zur jeweiligen Charts-Notierung verhielte“. Eine Ausstrahlung von Platz eins der Charts würde dem Radiosender dabei null Punkte bringen, Platz 100 dagegen 99 Punkte und für Neuerscheinungen gäbe es 100 Punkte: „Innerhalb eines bestimmten Erfassungszeitraums müsste im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine vorzuschreibende Punktzahl eingespielt werden.“ Laut Spilker sei dieses System geeignet, „das ewige Abnudeln der zwanzig gerade bestverkauften Singles in Dauerrotation zu beenden“. Schließlich ergänzt der Sänger und Gitarrist, dessen Karriere mit der Band Die Sterne als ein Beispiel für jahrelange A&R-Arbeit jenseits des ganz großen Durchbruchs gelten kann: „Worum es mir dabei geht? Um die Vielfalt natürlich, und darum, dass diese nicht durch eine prinzipielle Bevorzugung von deutschen oder europäischen Titeln entstehen kann.“ Vor wenigen Wochen hatte der früher Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin in der „SZ“ in einen Diskussionsbeitrag seine Forderung nach einer Radioquote erneuert.
Sterne-Sänger fordert Punktesystem statt Quote
In der Diskussion um eine Radioquote für nationale Produktionen und Newcomer schlägt Frank Spilker, Sänger der Formation Die Sterne, ein Punktesystem als Alternative vor.



