Musik

Steigende wirtschaftliche Bedeutung

Marktpräsenz von Gothic/EBM/Dark Wave nimmt zu

Es gibt im deutschen Musikmarkt wohl kaum eine Szene, die sich vergleichbar autark entwickelt hat wie Gothic/EBM/Dark Wave in den letzten 20 Jahren. Was lange ein Nachteil war, hat sich in Zeiten sinkender Umsätze ins Gegenteil verkehrt. Eine Firma wie EFA Media zum Beispiel generiert heute zwölf Prozent ihres Umsatzes mit diesem Repertoire. Auch wenn die Zahlen von Anbieter zu Anbieter variieren, zeigt dieses Beispiel doch, wie wichtig Gothic/EBM/Dark-Wave-Produkte inzwischen für viele Firmen geworden sind. Doch trotz dieser erstaunlich hohen Marktpräsenz hat es die Musik der schwarzen Szene im Handel noch immer sehr schwer.

Nicht umsonst sehen Labelbetreiber wie Stephan Thiemann von Pandaimonium Records die größte Herausforderung für die Zukunft darin, sich dort besser zu etablieren. Wie unabhängig die Szene von gängigen Strukturen funktioniert, wird allein daran deutlich, dass es außer der Sendung „Schattenreich“ auf Onyx im TV-Bereich nach wie vor keine Sendung gibt, die sich um dieses Repertoire kümmert. Bei den Radiostationen sieht es nicht besser aus. Trotz der schwierigen Marktlage ist es vielen der unabhängig agierenden Labels in den vergangenen Jahren gelungen – entgegen dem Trend – ihre Absatzzahlen signifikant zu erhöhen und „aus einem Nischendasein einen ernstzunehmenden wirtschaftlichen Faktor“ zu entwickeln, so Gero Herrde, A&R von Synthetic Symphony und Oblivion. Dass die Zeichen der Zeit auch an der Gothic-Szene nicht spurlos vorübergehen, ist dabei nicht die Frage. Gemeinsame Aktionen à la „Wie lange brennt Musik?“, die den Endkonsumenten direkt und über den Künstler ansprechen, sind dabei nur der Anfang.