Musik

Steffen Kampeter: Illegales Kopieren lässt den Musikmarkt verarmen

CDU/CSU-Bundestgsabgeordneter Steffen Kampeter fordert ein Ende der Benachteiligung von Musik beim Urheberschutz.

Das CD-Brennen und das illegale Kopieren aus dem Internet droht, den deutschen Musikmarkt zu verarmen und die kreativen Szenen auszutrocknen. Das erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete Steffen Kampeter am Freitag in einer Bundestagsdebatte über die Situation der Pop- und Rockmusik in Deutschland. Er forderte die Bundesregierung auf, noch vor der Sommerpause einen Vorschlag zu machen, wie sie die Vorgaben aus Europa gegen das illegale Kopieren in nationales Recht umsetzen will. Bei Software und vergleichbaren geschützten Inhalten habe man bereits einen strikten Urheberschutz. Nur die Musik werde benachteiligt. Dies müsse ein Ende haben.

Kartellamt muss Konzentration prüfen.

Besorgt zeigte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete während der Debatte über die Konzentration auf dem deutschen Tonträgermarkt. Der Kauf des Familienunternehmens Koch Music durch den internationalen Konzern Universal Music müsse von den Kartellbehörden sorgfältig geprüft werden. Kampeter sprach die Hoffnung aus, dass Universal mit genauso viel Liebe und Engagement das deutschsprachige Liedgut pflege, wie es vorher schon Koch getan habe. Das Repertoire dieses Schlager- und Volksmusikanbieters dürfe nicht den internationalen Veröffentlichungen zum Opfer fallen.

Messen mehr fördern

Der CDU- Politiker setzte sich für die schnelle Einrichtung eines Musikexportbüros ein. Die Außenwirtschaftsförderung des Wirtschaftsministeriums beschränke sich leider bisher nur auf einen Zuschuss für eine Messepräsentation bei der MIDEM in Cannes.

Dies dürfe keine Einzelmaßnahme bleiben, sondern müsse durch andere internationale Initiativen für die deutsche Musikwirtschaft ergänzt werden. Der Staat habe eine Anschlussfinanzierung zu leisten.

Endlich „Veranstaltungskaufmann“

Die CDU-Bundestagsfraktion begrüße, dass mit dem „Veranstaltungskaufmann“ neben „Veranstaltungstechniker“ und „Medienkaufmann“ ein weiteres branchenspezifisches Ausbildungsprofil geschaffen worden sei. Allerdings werde dieses nicht ausreichen, wenn die Fortbildung der Lehrkräfte nicht kontinuierlich erfolge.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete setzte sich für eine gezielte Nachwuchsförderung bei den Künstlern, aber auch bei den Vermarktern ein, wie es bereits bei den europäischen Nachbarländern geschehe. „Auf Dauer werden wir mit den Westernhagens, den Maffays und den Lindenbergs nicht die nächsten 20 Jahre überleben.“ Die Vielfalt der nationalen Nachwuchskräfte werde erst durch eine mittelständische Vielfalt ermöglicht. Daher sei eine Verbesserung der Bedingungen für die beteiligten mittelständischen Unternehmen ein Muss für den Musikmarkt. Es könne nicht sein, dass der gesamte deutsche Musikmarkt nur noch von multinationalen Konzernen beherrscht werde und die kleinen kreativen Zellen der finanziellen Übermacht von Musikkonzernen weichen müssten.

Dialogforum tagt erneut

Kampeter kündigte ein weiteres Gespräch mit den Betroffenen im Dialogforum Musikwirtschaft der CDU an, wo die verschiedenen Interessen im Bereich der deutschen Rock- und Popmusik diskutiert würden. Die CDU Deutschlands verstehe dieses als Ergänzung ihrer allgemeinen kulturpolitischen Gesprächskreise. Die große Resonanz auf das erste Treffen zeige, dass die CDU einem objektiven Bedürfnis entgegengekommen sei. Kampeter: „Wir hoffen, dass auch andere gesellschaftspolitische Akteure diesem Beispiel folgen.“