Musik

Statements zur Vote/Quote-Umfrage „Hat die Musikwirtschaft ihre aktuelle Absatzflaute selbst verschuldet?‘

Hier finden Sie einige Statements zu unserer Umfrage „Hat die Musikwirtschaft ihre aktuelle Absatzflaute selbst verschuldet?“ im Original-Wortlaut.

Eine elfseitige Abhandlung zum Thema von Rechtsanwalt Ulrich Schulze-Rossbach finden Sie nachfolgend als PDF-Datei zum Download. Abrufbar mit dem Acrobat Reader

Ulrich Schulze-Rossbach zum Thema „Krise im Tonträgergeschäft“: PDF-Datei

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„Einfältige Marketingstrategien“

„Ja, und hauptsächlich durch eine zu einseitige und zu sehr auf bestimmte Lebensaltersgruppen orientierte A&R-Politik. Auch einfältige, nicht vom Mainstream abweichende Marketingstrategien spielen eine wesentliche Rolle.“

Music Arts Network

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„Industrie gräbt sich selbst das Wasser ab“

„Wenn Musikfirmen zu reinen Vermarktern degenerieren und die klassische A&R-Arbeit Indies oder Verlagen überlassen, muss sich die Branche nicht wundern, wenn die Umsätze einbrechen. Marketing Coups wie ‚Popstars‘ sind nicht beliebig reproduzierbar und mit Verlaub haben Produkte dieser Art wohl keine allzu hohe Halbwertszeit. Die Promotionabteilungen schrumpfen und die Marketingabteilungen wachsen, von A&R oder Aufbau von Künstlern spricht keiner mehr. Wenn Musik zur Ware verkommt und kurzfristige Erfolge im Vordergrund stehen, gräbt sich die Musikindustrie selbst das Wasser ab.“

Wolfgang Ferencak Radio Berater Musikredakteur

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„Nicht Napster macht die Branche kaputt – sondern das eigene Personal!“

„Ich verbreite das schon lauthals seit mindestens 15 Monaten – nicht Napster macht die Branche kaputt – sondern das eigene Personal! Da brauchen die Firmen gar kein Napster dazu!

Was sich heute ja auch so A&R nennen darf: Heutige A&Rs haben meist weder eine Ahnung von A wie Artist – noch von R wie Repetoire und diese Flaschen ‚fliegen‘ dann drei Monate einen Schreibtisch bei einer Plattenfirma bis sie gefeuert werden; dann kommt die nächste Null, denn die hat die übliche Anzeige der Plattenfirmen gelesen: ‚Haben Sie Ahnung von Musik?‘

Aber klar, jeder Waschmittelvertreter hat heute Ahnung von Musik, denn er ist ja den ganzen Tag mit dem Auto unterwegs! Im Autoradio dudelt Tag für Tag Format-Radio, das heißt 25-mal am Tag Jennifer ‚Dickarsch‘ Lopez, also hat er Ahnung von Musik – seiner Meinung nach sogar viel Ahnung!!

Diese Leute sind dann unsere Gesprächspartner, die nix kapieren! Erklärst du ihnen was, dann gehen nach fünf Minuten die Augen auf ‚halb acht‘ und sie ziehen sich mit dem Standard-Spruch aus der Affäre:’Machen Sie noch mal ein Demo!‘ Das heißt, er hat es nicht gerafft und ich hab wieder mal fünftausend Mark am Bein!

Schickst du dann ausführliches Material, dann verschwindet es gerne spurlos. Ja auch bei den Majors – obwohl der A&R steif und fest behauptet, es an dich geschickt zu haben! Nur leider kommt es nie an.

Mit diesen Typen sollen wir arbeiten! Bestes Beispiel: Lou Bega mit ‚Mambo Number Five‘! Keiner der A&Rs, ich wiederhole: Keiner hat innerhalb von gut zwei Jahren die Hit-Qualität erkannt! So lange wurde der Song wie sauer Bier angeboten, denn Latin war gerade nicht in!

A&Rs sind für mich nix anderes als Wellenreiter, die sich mit Freuden auf eine momentane Welle schwingen und hoffen, daß die möglichst lange läuft, damit sie bloß keine eigene Entscheidung fällen müssen! Wären sie mal vor fünf Jahren mit Latin gekommen, die hätten sie hochkant hinausbefördert – war gerade noch nicht en vogue!

So sieht es doch heute bei fast allen (sic!) aus, leider! Ja, liebe Bosse von BMG, EMI, Universal, Seagram-Vivendi, Sony, etc. Schleunigst ändern, nicht jammern!

Das meint“

LaukeMedia 06184-56384 Producer der CD-Compilation „Im Osten geht die Sonne auf!“

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„Unglaublicher Plastik-Schrott“

„Man kann nur hoffen, dass es demnächst einen Urknall gibt, der einen reinigenden Prozess einleitet. Seit über zehn Jahren züchtet die Musikindustrie Marketing-Horror-Szenarien, man hat das Gruselkabinett Viva ins Leben gerufen und füttert nach wie vor die Formatradios mit unglaublichem Plastik-Schrott.

Es gibt keinen Platz mehr für Development, und die hiesige A&R-Landschaft wird von Marketingstrategen und Controllern beherrscht. Bei uns kommen immer mehr Künstler ins Haus, die gar nicht mehr zur Industrie wollen, sondern Konzepte und Ideen fordern, die eine langfristige Aufbauarbeit garantieren – die die Majors nicht mehr leisten.

Sätze wie ‚think global act local‘ klingen wie ein Hohn auf die deutsche Nachwuchslandschaft. Wie soll ich den jungen ambitionierten Künstlern empfehlen, zu den Majors zu gehen, wenn ich im Fernsehen mitansehen muss, wie ausdruckslose Gesangsschachteln zu Stars gehypt werden.

Liebe Grüße und ein schoenes Wochenende (trotz allem)“

GF Büro2000 Management Scycs, Delicate, Skillshot Verlagsedition bei Universal Publishing

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„Langfristigen Aufbau vernachlässigt“ „Nach meiner Einschätzung hat die Musikindustrie ihre Umsatzeinbrüche selbst verschuldet:

  1. Indem sie davon ausging, dass ihr Markt immer ‚jünger‘ wird.

  2. Indem sie den langfristigen Aufbau neuer Interpreten vernachlässigte zugunsten der schnellen Mark (früher ging man davon aus, dass ein neuer Künstler erst nach der dritten LP am Markt etabliert ist).

Hat man sich eigentlich mal gefragt, weshalb sich Alt-Künstler wie Kaiser, Werding, Lindenberg, Jürgens, Maffay, Carpendale und die entsprechenden internationalen Pendants immer noch verkaufen? Liegt es nicht daran, dass für viele Sleeper diese Namen wie ein Gütesiegel sind, so dass man sie unbesehen kaufen kann? Wo aber sind die Neuen? Man kennt sie nicht, weil: Wenn man als Mensch zwischen 40 und 60 einen Plattenladen betritt und nach nationalem Produkt für seine Altersgruppe fragt, wird man entweder mitleidig belächelt oder auf die oben genannten Produkte verwiesen.

Man stelle sich vor, Daimler Benz beschließt, mit Ausnahme von Smart und A-Klasse, alle anderen Typen als Auslaufmodelle anzusehen und Nachfolger nicht mehr zu präsentieren. So dumm werden die allerdings nicht sein, denn sie wissen zu gut, wo ihre zahlungskräftigsten Kunden sitzen.

Wenn ich heute gute Schlagertexte machen will, muss ich mir, laut A&R-Vorgaben, Lexika von der Szenesprache der bis 25-Jährigen besorgen und mich strikt daran halten, sonst habe ich keine Chance. Ein Glück, dass wenigstens Literatur (noch) nicht auf diese Art entsteht!

Unbestritten ist das Raubkopieren und Brennen eine Katastrophe. Aber erinnern wir uns: Als Youngster haben wir doch selber auch aus dem Radio aufgenommen und uns unsere ‚Best Off‘ auf Tonbändern zusammengestellt. Weil man in diesem Alter eben mehr Zeit hatte als Geld. Inzwischen sind die Möglichkeiten Geld auszugeben gigantisch. Und dann noch diese leichte Verfügbarkeit an Musik – wir hätten uns damals gefreut.

Der ältere Mensch hat keine Zeit mehr für sowas. Er würde eine legale CD kaufen mit einem schönen Cover – dabei schaut er nicht auf die Mark – aber er ist verunsichert.

Bei allem Verständnis für die schwierige Lage – ich bin ja selbst davon betroffen – irgendwo erfüllt mich auch klammheimliche Freude.“

, 56, Texter und Drehbuchautor

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„Endlich umdenken“ „Obwohl die meisten Companies nicht müde werden herunterzubeten, dass sie Künstler-orientiert arbeiten wollen, dass A&R eine stärkere Gewichtung braucht, man Künstler aufbauen will und ihnen einen Rahmen für kreative Arbeit geben möchte, verhält es sich doch so, dass dies in der Praxis kaum stattfindet. ‚Schnelle Hits = schnelles Geld‘ lautet das Motto der meisten Produktionen und ‚Marketing auf allen Kanälen‘ ist der Schlachtruf derer, die allmonatlich ein Retorten-Produkt nach dem anderen auf den Markt werfen. Hierbei stehen meist ‚Brust und Po‘ oder aber der ‚Sixpack Bauch‘ mehr im Vordergrund als Musik und Talent.

Deshalb dürfen wir uns wirklich nicht wundern, wenn zum umkämpften Weihnachtsgeschäft wieder die Künstler die Album-Charts anführen, die dies bereits seit Jahrzehnten tun, (z.B. Joe Cocker, Bon Jovi, Tina Turner, Carlos Santana, etc.) oder aber die Beatles auch nach 30 Jahren noch Millionen Alben verkaufen. Die Zeiten, in denen die Kunden bereit waren, für zwei Hits und 40 Minuten Füllmaterial 33 Mark auf den Ladentisch zu legen, sind vorbei.

Aber es dauert wohl noch, bis die Musikbranche endlich kapiert, dass sie endlich umdenken muss und dass Künstler, die richtig unterstützt und auf dem Markt etabliert werden, langfristig mehr verkaufen und im Endeffekt auch billiger sind, als die One-Hit Wonder, die jedesmal ein Vermögen verschlingen und deren Karriere bereits dann beendet scheint, wenn Viva und MTV das Video ablehnen.“

A&R/ Marketing Manager OK Visions Entertainment/ TRU NOTE Records

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„Genug Geld für Klingeltöne“ „Ich finde es bemerkenswert, dass speziell jugendliche Käufer offenbar kein Problem haben und bereit sind, für einige einfach zu erstellende Klingeltöne (Ruftonmelodien) über 0190-Nummern bis zu 20 Mark auszugeben, aber andererseits aufwändig produzierte CD’s lieber selbst brennen. Ich schließe daraus, dass die Bereitschaft da ist, Geld für Musik auszugeben. Nur muss sie erstens trendy sein und zweitens der Zugang über eine Kasse laufen.“

Musikverlag Progressive GmbH

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„Kein direkter Kontakt zur Käuferschicht“ „Die Branche konzentriert sich zu sehr auf selbst geformte Hypes. Sobald ein Produkt funktioniert und die Charts stürmt, schlagen alle anderen in die gleiche Kerbe. Man sollte stattdessen wieder vermehrt auf die Basis hören und Leute in die Szene schicken. Einerseits fehlt der direkte Kontakt zur Käuferschicht, speziell zur jungen. Andererseits sollten die A&Rs mehr Zeit in Proberäumen und bei JUZ-Konzerten verbringen. Leider liegen gute neue Bands nicht auf der Straße und eine Band selbst zu kreieren ist meist einfacher. Allerdings ist auch das immer breiter werdende Produktangebot (DVD, PC- Spiele, Playstation, Internet, etc.) ein Grund für den Rückgang der Umsatzzahlen in der Tonträgerindustrie.“

/ Label Manager Bellaphon Records

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„Schlechte Pflege des Handels“ „Durch meine Tätigkeit auch vor der Selbstständigkeit in der Musikindustrie sind mir beide Seiten bekannt. Also Vertrieb und Einkauf, sowie Verkauf an den Endverbraucher.

Nach meiner Erfahrung ist es vielfach so, das viele große Firmen den Trendhandel oder auch den Handel im allgemeinen nicht ordentlich pflegen und auch der Telesales nicht genügend Übersicht über die Produkte oder aktuelle Aktionen hat.

Es wird ein zu großer Schwerpunkt auf die großen Märkte gelegt. Dabei ist es mit einem Full Service bzw. einer guten Betreuung mit fast jedem Kunden möglich, einen besseren Umsatz und Abverkauf zu erzielen.

Der Service sowie Kundenpflege sind bei vielen Firmen einfach mangelhaft. Ein weiteres Problem sehe ich in dem riesigen Apparat, der bei den meisten unterhalten werden muss.

Zum Großteil schlägt sich das in dem EK-Preis und somit auch im VK-Preis nieder. Der Endverbraucher muss tiefer in die Tasche greifen, damit die Firmen noch mehr verdienen.

Im Verhältnis zu anderen Produkten ist eine CD mittlerweile viel zu teuer. Ein Abgabepreis von 25 bis 30 Mark müsste das Ziel sein.“

Marco Plaumman Inhaber/Einkäufer für Tonträger des Trendladens SCORE records&clothes, sowie Labelchef/A&R von 25cent records.

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„Sleeper kann man sich auch selbst schaffen“ „Sicherlich ist auch zu dieser Fragestellung die passende Antwort ein klares Jain. Nach längerem Ringen habe ich mich jedoch für ein Ja entschieden.

Meines Erachtens ist in der zurückliegenden Ära der A&R-Entscheidungen bei weitem zu wenig Augenmerk auf die Nachhaltigkeit von Künstlern gelegt worden. Ich möchte jedoch die großenteils kompetenten A&R-Manager insoweit in Schutz nehmen, als die Problematik zu einem nicht zu ignorierenden Teil auch in der zu stark ausgerichteten Marketing-Überbewertung der letzten Jahre lag.

Während konjunktureller Phasen, in denen die Verbraucher zunehmend auf Preis und Qualität achten, steuert das Pop-Business offensichtlich mit Qualitätsansprüchen, die sich schlechterdings nur an Massenbewertungsmaßstäben reiner Jugendkultur orientieren und nicht an Qualitätsmaßstäben einer breiteren Käuferschicht, in die verkehrte Richtung. Sleeper kann man sich auch selbst schaffen.

Wir plädieren für eine stärkere Konzentration auf die künstlerischen Inhalte und für weniger Augenmerk auf die Verpackung. In diesem Sinne mit besten Grüßen aus der schönsten und immer noch Medienhaupstadt Deutschlands“

SMV Schacht Musikverlage

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„Overkill an Müll-Veröffentlichungen “ „Da die Musikindustrie mit einem Overkill an Müll-Veröffentlichungen auf eine schnelle Mark aus ist (ich denke da an die ganzen halbnackten Disco-Hupfdohlen, die nur mit dem Hintern wackeln und die Lippen zu Vollplayback bewegen, oder an solche Hohlköpfe wie Zlatko, Christian und Konsorten), braucht sie sich nicht zu wundern, wenn die Verbraucher die VÖs als Müll einstufen und kein Geld mehr dafür zahlen wollen (Stichwort: kostenlose Musikdownloads).

Ich bin der Meinung, dass circa 75 Prozent aller (Singles-) Releases unnötig sind, weil sie an Originalität und musikalischer Qualität alles vermissen lassen, wofür Musik steht. Retorten-Sounds und elektronische Gimmicks ersetzen eben nicht Können und Handwerk. Kein Wunder, wenn sogar mir die Lust vergangen ist, MTV, Viva oder Formatradiosender einzuschalten.

Fazit: Ich beschränke mich auf (Rock- und Pop-)Musik, die bis circa Mitte der 90er Jahre veröffentlicht wurde und ignoriere – sofern es mir beruflich möglich ist – alle neuen Releases, weil mir diese schlichtweg als musikalische Umweltverschmutzung erscheinen. Es ist Jahre her, dass ich mir aus freien Stücken CDs gekauft habe. Und Rezensionsexemplare gebe ich freiwillig an den Verlag zurück, weil ich diesen Schund nicht in meiner Wohnung haben möchte.

Vielleicht sollte die Musikindustrie wieder mehr Wert auf Qualität und Originalität legen, ihre Raffgier eingrenzen und den ganzen Retorten-Müll einfach sein lassen. Dann kaufe ich vielleicht auch wieder CDs (und vielleicht kommen dann auch die ach so strapazierten Sleeper wieder zu Bewusstsein). Bis dahin verweigere ich mich – und mit mir viele Millionen Musikliebhaber.“

Manuela Graniglia (Redakteurin und Fotografin) Feedback – das magazin für livemusik, HTR Musikmarketing und Verlag, Kaiserslautern

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„Viel Gelaber, Vorträge, Reden, Diskussionen“ „Deutliche Anzeichen für Probleme durch Brenner gibt es schon seit Mitte der 90er Jahre. Kurze Zeit später wurde jedem – außer den Herren Geschäftsführern der Musikindustrie – klar, dass Downloads das Problem der Zukunft werden. Es hat dann noch circa drei Jahre gedauert, bis diese Themen dann endlich auch auf Branchenmeetings wie der Popkomm. thematisiert wurden.

Und was resultierte dann daraus ? Viel Gelaber, Vorträge, Reden, Diskussionen und am Ende, nachdem der Zug schon lange abgefahren war, die bislang blödsinnigste Aktion der Musikindustrie namens ‚Copy kills Music‘. Solange sich die führenden Kräfte dieser Industrie hauptsächlich damit beschäftigen, wie sie ihr Geld anlegen können, am Computer immer noch verzweifelt den Startknopf suchen und ansonsten bedauern, dass die Zeit des Rock’n’Roll vorbei ist, wird sich auch in Zukunft der Kunde über kostenlose Musik freuen dürfen.

Als einzige Hoffnung bleibt, dass ab sofort den Leuten, die Ahnung von dieser Materie haben, besser zugehört wird und Kompetenz sich nicht ausschließlich über Position und Alter definiert, sondern über Wissen.“

MfG

Inhaber „Der Hit-Finder“

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„Schlaft weiter!“ „Und ob die Musikwirtschaft ihre Flaute selbst verursacht hat! Wenn man sieht, was besonders im Dance-Bereich in inhalts- und einfallslosen Produkten an horrenden Summen investiert wird, dann stehen einem als Indie-Label die Haare zu Berge. Gebt mir nur fünf von eurem Etat, und ich verspreche euch, Acts nach vorne zu schießen, die langfristig und international erfolgreich durchgesetzt werden können – und dabei gibt’s dann auch was zu verdienen!

Weiterhin in DJ-Größen (mit Ausnahme vielleicht mal von Herrn ATB und einigen wenigen Ausnahmen) zu investieren, dürfte sich doch auch für die Majors mittlerweile nicht mehr rechnen. Mein Tip: reduziert eure Club-Szene-A&R’s (am schlimmsten sind die, die auch noch selbst produzieren) und besetzt die Stellen neu mit Ohren, die auch bei einem kommerziellen Titel nicht gleich die Nasen rümpfen und meinen: ‚Das hätte ich besser produziert.‘

Nur kommerzielle Themen bringen das große Geld und nur ganz wenig ‚credibile‘ Themen können evtl. den gleichen Status erreichen. Bei den Companies stimmt aber das Gleichgewicht nicht mehr – da wird eben mehr in tausend abgedrehte Club-Themen investiert, und dann ist plötzlich kein Geld mehr da, um richtige Künstler aufzubauen und durchzusetzen. Schlaft weiter!

Dance Street pfeift auf Anerkennung der ‚Szene‘, denn wir haben jahrelang umsonst darum gebuhlt und dabei zu viel Geld verloren. Wir werden weiterhin den Aufbau neuer Acts vorantreiben und wir freuen uns, dass uns das mit den Flying Steps wieder einmal gelungen ist. Und mit eben dieser Politik können wir uns als Indie-Label bereits seit elf Jahren am internationalen Markt auch gegen die großen Konkurrenten behaupten.“

Geschäftsführer Dance Street GmbH

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„Gute Musik setzt sich durch – auch ohne Marketingansatz“

„Das Problem der Musikindustrie liegt nicht nur an den pubertierenden Schwarzbrennern, sondern eher an zu schwacher A&R-Politik. Die Aussage von Schmidt-Holz (BMG) den A&R-Bereich noch kräftiger in die Verantwortung zu nehmen, als bisher geschehen, ist für mich eine nichtssagende Binse.

Es kann nicht sein, dass man innerhalb kürzester Zeit die Versäumnisse von Jahren aufarbeiten will und nun auf einmal Talentförderung und Artist Developement in einem Maße für sich entdeckt, dass es denen, die sich schon lange diesem Ziel der Vermarktung musikalischer Newcomer verschrieben haben, Angst und Bange wird.

Man sollte sich grundsätzlich darüber Gedanken machen, ob es sinnvoll ist, einen talentierten Musiker abzulehnen, weil man keinen Marketingansatz für ihn findet. Hier vertraue ich ganz auf die Aussage von Sir Paul McCartney: ‚Gute Musik wird sich immer durchsetzen.‘ (Auch wenn sich kein Marketingansatz findet.)

Aus meiner Sicht ist es durchaus wichtig, das sich die Industrie stärker auf den A&R-Bereich konzentriert. Sie darf jedoch nie das Ziel aus den Augen verlieren. Nämlich einen Künstler langfristig aufzubauen und somit dem Konsumenten deutliche Hinweise geben, dass die Musikbranche nicht nur aus One-Hit-Wondern besteht sondern, dass kontinuierlich an der Fortentwicklung des Künstlers gearbeitet wird.

Die Zeiten, in denen die Kunden alles und jedes Produkt gekauft haben, sind vorbei. Niemand kauft sich das Album eines Künstlers, von dem er ahnt, dass es in zwei Jahren nur noch als ‚Albumleiche‘ im CD Regal verstauben wird.

Kommerzielle Schnellschüsse wie im vergangenen Jahr die Big-Brother-Bewohner (ich scheue mich diese Damen und Herren als Künstler zu bezeichnen) können den Käufer langfristig nicht zum Kauf einer CD animieren. Vielmehr befinden wir uns hier im Bereich Merchandising und schon gar nicht in kompetenter A&R-Politik.

Mit besten Grüßen,“

Inhaber Rocksana Musik & Medienmanagement

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