Musik

Statements

Hier finden Sie ausgewählte Statements zu unserer Umfrage „Popkomm.2001 – Ist die Messe das wichtigste Branchenmeeting des Jahres?“

“Fresse-Zeigen“

„Als „Branchentreff“ zum „Small Talk“ ist die Popkomm. sicher weiter auf deutschem Terrain ein unverzichtbarer Termin zum „F.Z.“ (Fresse-Zeigen), der für das „Real-Business“ weiterhin wichtigste Termin ist und bleibt die Midem.“

Robert Larasser

RL Promotion Medienservice RL Media Consulting RL Songs Musikverlag Edition Hola Miami

++++++++++++++++++++++++++++++++++++ „Freier Eintritt für die Branche“ „I think that Popkomm. is just another waste of expense. We have various Music Messe all over in the world, so more and more time is wasted, while record sales are going down and down, because we should be spending more of our time selling records, and producing them instead of discussing them. Many smaller companies cannot afford to have a stand at such a place as Popkomm., so they only cater for the bigger labels, and it’s all a big money making scheme, so no wonder a lot of labels are not going this year, because its all getting out of hand, and who needs it anyway. And it used to be you could buy a ticket for a days visit, now you have to buy a ticket for the whole 4 days. Popkomm. should have free entry to all music companies, this way the smaller companies can attend as well, and not only as we see this as a big meeting place for the major labels.

Everybody is suffering in the music business at the moment because of less record sales, corruption is all over, even very little radio plays for our records, because we cannot buy advertising, less press reviews on our products, it’s nothing like it was ten years ago. So we smaller labels are just not interested in Popkomm., because like the rest of the music business, it’s just another way of bleeding money out of us, which we would rather be spending on making our productions.

Ever heard of free enterprise, these days have gone, so we don’t think that Popkomm. is going to bring it back again. We would rather go to Midem, it’s much better and more established, and most English and USA Labels prefer it as well.

A Music Exhibition should be entry free of charge, and should be sponsored at least by the Goverments to some extent in each country, because it does encourage foreign trade. Us small companies cannot afford all these extra expenses, so it is not that we do not want to attend, it’s that we cannot afford to attend, so in a way are shut out of everything, so we create our own end of the business, and perhaps we’ll all create our own Popkomm. in the next local bar next year, because this is where most of us smaller labels generally meet up anyway.

Thanks, and i hope the people who run Popkomm, can count their profits, because in the music business there is not much profit for anybody at the moment, or is Popkomm. just run by those that can afford it?“

Geoff F. Horgan Horgi Musikverlag/Licensing

++++++++++++++++++++++++++++++++++++ „Nur ein Anlass“ „Es kommt drauf an, was man draus macht. Allerdings muss man nicht unbedingt auf der Messe rumlaufen oder da einen Stand haben. Die Messe ist nur ein Anlass. Nicht mehr und nicht weniger.“

Richard Gleim no time music

++++++++++++++++++++++++++++++++++++ „Unerträgliche Selbstdarstellung der Business-Junkies“ „Nein, sicherlich nicht mehr und der erstmalige Rückgang der Ausstellerzahlen seit 13 Jahren gibt mir anscheinend Recht: Nicht nur ist die Popkomm. zu einer klebrigen Selbstbeweihräucherungsmesse der immer gleichen Branchenpariahs verkommen, die fernab ihres ursprünglichen Zieles, den Endverbraucher zu informieren und Medienkontakte zu fördern, dahinlarviert, vielmehr ist daraus auch noch eine überteuerte Saufveranstaltung und unerträgliche Selbstdarstellung einer Handvoll Business-Junkies geworden, die sich selbstverliebt produzieren und fernab aller Branchen-Realität von ihresgleichen beklatscht werden (wollen).

Wenn meine Leser und die von unserem Magazin als Zielgruppe auserkorenen Musikkonsumenten außen vor bleiben müssen, wenn normalsterbliche Pressevertreter und Nachwuchstalente, die sich gerne ein Bild der Branchenvertreter und Plattenfirmen machen wollen durch horrende Eintrittspreise (DM 475,00 für drei öde Tage, sind die noch zu retten?) abgeschreckt werden – was soll ich dann noch auf der Popkomm.?

Sicherlich stellen sich diese Frage auch noch andere, die vielleicht gerne mit einem Stand vertreten wären, wenn der finanzielle Aufwand in irgendeiner Relation zum Nutzen stehen würde. Daher glaube ich, dass der Stern der Popkomm. als Medien-Messe schnell verblassen wird und die Köln-Besucher sich lieber auf dem kostenlosen Ringfest bei Musik und Parties vergnügen werden, statt sich die Beine an einem schlecht besuchten Stand in den Bauch zu stehen oder sich abends in der elitären Hyatt-Bar oder beim schmuddeligen Mexikaner rudelweise die Kanne zu geben.

Diese Fehlentwicklung fiel mir bereits vor drei Jahren auf und obwohl ich letztes Jahr nicht auf der Popkomm-Messe war, habe ich rein GAR NICHTS vermisst. Schade eigentlich, dass sich solche Events durch die ewige Kommerzialisierungsgier immer tot laufen müssen…“

Manuela Graniglia freie Journalistin und Fotografin Feedback musik magazin HTR-Verlag Kaiserslautern

++++++++++++++++++++++++++++++++++++ „Nur Party? Nur Spaß?“ „Die Popkomm. wird immer das wichtigste Medien-Ereignis, die wichtigste „Party des Jahres“ sein und bleiben, es sei denn – und das befürchte ich manchmal – es wird plötzlich von den Teilnehmern nicht mehr ‚ernst genommen‘.

Mir persönlich kommen beispielsweise die Popkomm.-Panels, bzw. ihre ‚Besetzer‘ so vor, als gingen ihnen langsam die Ideen aus, wenn man sich z.B. die diesjährigen Panel-Themen ansieht. Ich habe das Gefühl, als winden sich die wichtigen Vertreter für solche Runden da raus und keiner mag sich mehr vor versammelter Branche (so sie denn Interesse hat!!!!) da auf die Bühne setzen und ein bißchen über die ‚Probleme der Branche‘ palavern. Offenbar gibt es keine wichtigen Themen mehr, die man vor ‚Neulingen‘ – der nächsten Generation – nicht einmal entsprechend diskutieren, bzw. vorbringen mag.

Oder – es sei mir gestattet, diese Frage zu stellen – sind die Besetzer dieser Panels evtl. müde ob ihrer Verantwortung und sollten mal gegen ganz andere ersetzt werden?

Ein Promoter wird sich nicht vor seinen Radio,- und Programmmachern blamieren, wenn er sich in einer durchaus kritischen Auseinandersetzung über sein tägliches Radioplay-Problem mit dem Redakteur ‚fetzen‘ könnte (dafür steht zuviel auf dem Spiel und er muss ja nächste Woche wieder in den Sender!!). Ein Radiosender muss der Nation nichts erklären, ein Promotionchef muss gar nicht erst antreten, denn das Thema Promotion ist gar kein Thema auf der Popkomm.!!! Ein A& R muss sich nicht fürchten und ein Konzertveranstalter seine Preise nicht erklären. Möchte vielleicht ein Künstler zu Wort kommen? Ist überhaupt einer eingeladen? Zu der wichtigsten Mega-Party Deutschlands? Nur Party? Nur Spaß?

Ich frage mich, wo sind die Künstler Deutschlands, unsere Chart-Vertreter der neuen Generation? Möchte Jemand in eine Runde? Und wenn ja, zu welchem Thema bloss? Grönemeyer und Westernhagen niemals gesehen, Campino und Xavier schon müde? Keiner gibt mir das Gefühl, dass ich die ca.DM 400,- für (m)eine Akkredietierung gut investiert habe – aber ich bin dabei! Früher war das eine Ehre! Heute auch noch?

In meinen persönlichen Umfragen interessiert sich kaum noch jemand für die angebotenen Diskussionsrunden (um mal bei diesem Beispiel zu bleiben). Früher habe ich nicht nur gerne ‚zugehört‘ und ‚mitgedacht‘, mit Herzklopfen eine Fragen formuliert und sie dann doch nicht gestellt, sondern ich habe mir auch die Menschen, meine Kollegen in dieser Branche, oben auf dem Podest genau angesehen. Um mir über eine bestimmte Person ein Bild zu machen, habe ich sogar ein bestimmtes Panel besucht und mit viel Glück habe ich ‚was gelernt‘ oder mich über sie nur amüsiert, ihnen für provokative Äußerungen Beifall geklatscht, sie angehimmelt womöglich für ihre Meinung zu diesem, meinem Thema… oftmals war ich selbst ein Teil dieser Runde!

Nicht selten hat die eine oder andere Firma hinterher bei mir an Respekt gewonnen (oder verloren), weil mir bestimmte Äußerungen und Einstellungen der einzelnen ‚Vertreter‘ gut gefallen haben (oder peinlich waren…).

Und heute? „Kampf der Systeme“, „Business models digital“, „Workshop Gema“, „Download“… ??? Oder dann doch: „Was ist die Musik noch wert?“… das klingt einladend! Oder bin ich einfach zu altmodisch?

Ja, die Popkomm. ist das wichtigste Branchen-Treffen des Jahres, weil sich viele Menschen an einem Ort (schön war’s, wenn ich an alte Zeiten denke…) begegnen. Um zu sprechen, bis sie heiser sind. Um abzutanzen. Um Spass zu haben, bis zum Umfallen. Um zu trinken, was die Firmen bezahlen. Um Kontakte zu knüpfen. Um Menschen wiederzusehen. Um nach Jobs zu schauen. Um ein bißchen über MUSIK auch zu sprechen.

Eine letzte Bemerkung, die ich mir nicht verkneifen kann: Mit Verlaub, heißt die Popkomm. nicht schon längst: Hyatt.Komm? Und verkommt dieses Branchentreffen (was einst so wichtig schien) nicht langsam zu einer weiteren Loveparade.Komm! oder wird das künftige Motto, was kürzlich aus dem Munde einer sympathischen Marketing Dame zu verlauten war, bald nicht mehr PopKomm, sondern: Komm.Poppen! lauten?

Es wäre zu schön wenn dieses „schöne Ereignis“, bei dem ich jedes Jahr wieder viele nette Menschen treffe, die Gottseidank noch immer mit dieser spannenden Branche verbandelt sind und die noch Freude und Enthusiasmus versprühen für ‚ihre Produkte und Schwerpunktthemen‘, wenn dieses Ereignis noch ein Ereignis bliebe! Und wenn die offizielle Eröffnung für Jedermann zugänglich wäre. Und wenn mir mit einer „Eintrittskarte“ zugleich der Eintritt zur jährlichen ECHO Verleihung beschert wäre. Dann, ja dann hätte ich mit Sicherheit das Gefühl beim wichtigsten Branchenmeeting des Jahres anwesend zu sein. In diesem Sinne. Gute Geschäfte!“

Jane L. Smith Care Company

(eine etwas verbitterte Betrachtung dieser ‚Party‘ und hoffentlich nicht ganz am Thema vorbei….)