Pünktlich zum 25-Jährigen Jubiläum besinnt sich UB40 auf alte Stärken und präsentiert eines der besten Alben der Band-Karriere. Dazu war allerdings, so Sänger Ali Campbell, „eine kleine Revolution nötig. Wir haben erstmals seit langer Zeit wieder gleichzeitig in einem Studio gestanden. Alle acht Bandmitglieder sowie zwei zusätzliche Musiker.“
Was sich normal anhört, war für die Gruppe schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. „Wir waren mit unseren letzten Platten insgesamt nicht ganz zufrieden. Da wir in sehr kleinen Studios aufnahmen, musste ein Musiker nach dem anderen dort seine Parts einspielen; eine Art Malen nach Zahlen. Und dadurch haben wir viel von unserer musikalischen Linie eingebüßt.“
Kreativer Jungbrunnen
Für UB40 und besonders für Ali Campbell schließt sich mit „Who You Fighting For?“ nach 25 Jahren der Kreis. „Wir sind wieder dort angekommen, wo wir vor einem Vierteljahrhundert angefangen haben“, sagt er. „Nachdem all die Diskussionen innerhalb der Band abgeklungen waren, wurde recht schnell deutlich, dass die Entscheidung genau die richtige war.“
UB40 klingt in den 13 Songs so vital und aufgekratzt wie schon lange nicht mehr – fast, als wäre die Band in einen Jungbrunnen gefallen. „Nicht nur den einzelnen Mitgliedern, auch der Crew war recht schnell klar, wie positiv sich die Stimmung innerhalb der Gruppe verändert hat.“ Auch inhaltlich präsentiert sich UB40 auf „Who You Fighting For“ wieder deutlich aufgeweckter.
Fragen zum Irak-Krieg
„Wir waren schon immer eine Band, die sich politisch äußert. Im Studio wurden wir jeden Tag mit deprimierenden Meldungen aus dem Irak konfrontiert, und da war uns allen klar, dass wir das nicht einfach ignorieren konnten. Daraus ist dann ein Stück wie ‚Who You Fighting For‘, der Titeltrack, entstanden, mit dem wir einfach ein paar notwendige Fragen stellen.“
„Wir behaupten ja nicht, dass wir für alles eine Lösung parat haben, aber ich finde es doch verwunderlich, dass sich so wenige Bands mit dem Krieg im Irak überhaupt auseinandersetzen“, klagt Ali Campbell. Doch UB40 ist seit jeher bekannt für die feine Balance zwischen gesellschaftlich relevanten Inhalten und einfühlsamen Liebesballaden.
Gekonnt gecovert
Und mit dieser Tradition bricht die Reggae-Formation auch auf ihrem neuen Album nicht. So finden sich hier neben anklagenden Tracks wie „Plenty More“ wie gewohnt auch einschmiegsame, im Uptempo-Bereich angesiedelte Nummern wie „Gotta Tell Someone“ oder „One Woman Man“.
Ein besonders glückliches Händchen beweist UB40 auch diesmal wieder mit der Auswahl der Coverversionen: Neben einer federleichten Interpretation des Soul-Klassikers „Kiss And Say Goodbye“ von The Manhattans aus den 70er-Jahren überzeugt die Gruppe vor allem mit einer elektrisierenden Aufnahme des Reggae-Hits „After Tonight“, im Original von der englischen Gruppe Matumbi. „Diesen Song wollten wir schon lange aufnehmen“, gesteht Campbell, „und es erfüllt mich mit besonderem Stolz, dass wir es endlich geschafft haben.“


