Die Akustikversion zum zehnjährigen Jubiläum ihres 95er-Debütalbums „Jagged Little Pill“ verkauft sich in den ersten Tagen nach Veröffentlichung ganz ordentlich, doch der Eintritt in die US-Albumcharts bleibt Alanis Morissette versperrt. Solange die CD ausschließlich bei Starbucks erhältlich ist, läuft sie in den USA außer Konkurrenz.
Unterschiedlichen Meldungen zufolge verkaufte die Kaffeehauskette in der ersten Woche zwischen 56.000 und 61.000 Exemplaren von „Jagged Little Pill Accoustic“. Damit schafft es die Sängerin lediglich in die Billboard Top Comprehensive Album Charts – und zwar auf Rang 17. In dieser Hitliste werden auch Titel berücksichtigt, die nicht im allgemeinen Handel erhältlich sind.
Starbucks hat aufgrund eines Abkommens mit dem Label Maverick aus dem Hause Warner Music sechs Wochen lang das Exklusivverkaufsrecht für das Album; erst ab dem 26. Juli dürfen auch andere die CD anbieten. Dies sorgte bei vielen Tonträgerhändlern in Nordamerika für ein mittleres Erdbeben und heftige Proteste: HMV Kanada verbannte sogar alle Produkte der Musikerin aus seinen Regalen.
Starbucks hat sich in den letzten Monaten immer stärker als non-traditional Outlet für die Musikbranche positioniert. Ihren bislang größten Erfolg hatten die Kaffeekocher aus Seattle mit dem posthum veröffentlichten Duette-Album von Ray Charles, von dessen Verkäufen rund ein Viertel auf das Konto der Starbucks-Filialen geht.
Legt man diesen Maßstab nun an die Verkaufszahlen von Alanis Morissette an, hätte Warner Music ohne weiteres zwischen 220.000 und 250.000 Einheiten von „Accoustic“ verkaufen können, wenn die Platte bei allen Händlern gleichzeitig ausgelegen hätte. In den Charts dieser Woche wäre dies gleichbedeutend mit Position vier gewesen.



