Musik

Stärkere Flankierung durch Crossover-fähige Produkte

eastwest tankt weiter leaded Fuel

Nach dem Weggang von Axel Lünbach und Sven Schäfer wechselten Stefan Friedrich und Volker Mietke von der WEA zu eastwest. Dort wollen sie auf den Erfolgen ihrer Vorgänger aufbauen, kündigen jedoch auch Änderungen an. „A&R-Arbeit sollte sich auch im Dance-Bereich nicht auf reine Lektüre der Dance-Charts beschränken“, fordert Stefan Friedrich, nun der neue Senior Product Manager Dance bei eastwest, im Gespräch mit musikwoche.de. „Mit Sicherheit sind alle gut beraten, selektiver zu signen, zu promoten und zu veröffentlichen. Wenn eine stärkere Konzentration auf Mainstream jedoch heißen sollte, den Markt mit weiteren vermeintlich sicheren, jedoch oft beliebigen Vocal-Trance-Nummern zu überschwemmen, dann laufen wir Gefahr, dass es uns bald noch schlechter geht. Es wird insgesamt noch wichtiger, sich auf überzeugende Releases zu konzentrieren und ‚mal sehen“-Themen noch stärker zu reduzieren.“ Mit diesem Programm wollen er und der ebenfalls von WEA gekommene Volker Mietke als A&R Manager Dance die Zahl der Veröffentlichungen „deutlich drosseln und neben den sehr Club-nahen sowie zum Teil undergroundigen Releases auf Fuel und leaded ein besonderes Augenmerk auf eine stärkere Flankierung durch Crossover-fähige Signings legen. Denn der Dance-Bereich ist nicht nur bei Universal in erster Linie ein Profitcenter.“ Dabei können die beiden an der Arbeit ihrer Vorgänger Axel Lünebach und Sven Schäfer anknüpfen, deren Label-Struktur sie nicht antasten: „Fuel und leaded gehören zu den profiliertesten Major-Dance-Labels, hier wurde großartige Arbeit geleistet. Dazu gehört ein spannendes Artist-Roster mit Projekten wie Elektrochemie LK oder Tok Tok.“ Auch mit den ehemaligen Kollegen von WEA, mit denen sich eastwest künftig Ingo Marschhäuser als DJ-Promoter teilt, will Friedrich im neuen Gebäude im Deichtorcenter „die Zusammenarbeit verstärken, wo es Sinn macht.“ Gemeinsam wollen die Warner-Firmen die Qualität von Dance-Musik wieder anheben: „2001 war inhaltlich das enttäuschendste Dance-Jahr seit langem, obwohl es in den Charts eins der besseren war – leider ohne adäquate Verkäufe.“ Weiterhin stellt er fest, dass Vocal Trance „schon fast zu Euro-Beat 2001“ wurde und „originelle neue Musik nur wenige Chancen hatte“. Im House sieht er die „größte Enttäuschung“ und prophezeit: „Es kristallisiert sich mehr und mehr heraus, dass das 80er-Revival nun auch die Dance-Szene erwischt hat – mal besser als Retro-Elektro, leider auch mal schlechter in Form einiger extremst willenloser Coverversionen.“