Musik

Staatsminister Huber will keine Radioquote

Auf verlorenem Posten stand Universal-Chef Tim Renner bei der Diskussion zur Frage „Braucht Deutschland eine Radioquote?“ im Rahmen der Medientage München. Denn der Forderung der Musikwirtschaft nach einer Quotenregelung wollte sich außer Thomas Anders niemand anschließen.

Auf verlorenem Posten stand Universal-Chef Tim Renner bei der Diskussion zur Frage „Braucht Deutschland eine Radioquote?“ im Rahmen der Medientage München. Denn der Forderung der Musikwirtschaft nach einer Quotenregelung wollte sich außer Thomas Anders niemand anschließen. Doch selbst Anders focht eher halbherzig für eine verbindliche Regelung. Dagmar Reim, Intendantin des Rundfunks Berlin Brandenburg (RBB) erklärte kategorisch: „Wir haben einen Kulturauftrag. Wir erfüllen ihn.“ Von einer Quote wollte sie nichts wissen; da könne man ja auch gleich eine Literaturquote fordern. Walter Schmich von Bayern3 betonte das Nein der Öffentlich-Rechtlichen zur Quote und das Ja zur Selbstverpflichtung und vertrat den Standpunkt, dass die Qualität des musikalischen Angebots der Plattenfirmen gar nicht ausreiche, um etwaige Quotenvorgaben zu erfüllen. Angesichts solcher „schlagkräftigen“ Argumente fruchtete auch Tim Renners Hinweis auf die französische Quotenregelung und auf eine Band wie Wir sind Helden nichts. Der bayrische Staatsminister Erwin Huber stellte vielmehr klar: „Wir brauchen keine Quote.“ Er halte eine solche Regelung für einen „massiven Eingriff“, für dessen Rechtfertigung „massives Fehlverhalten“ vorliegen müsse. „Ich kann nur unterstreichen, dass ich von einer Quote nichts halte.“ An die öffentlich-rechtlichen ebenso wie an die Privatsender richtete er freilich den Appell: „Schafft mehr Angebot im Radio!“ Huber regte an, das Thema in zwei Jahren auf den Medientagen erneut aufzugreifen. „Ich bleibe jedenfalls dran.“ Es war eine Diskussion, die an der Oberfläche blieb und sattsam bekannte starre Positionen wiederkäute. Eine deprimierende, überflüssige Veranstaltung.