Musik

Spitzer reicht Klage gegen Entercom ein

Nach zwei außergerichtlichen Einigungen mit Sony BMG und Warner Music im Rahmen der Payola-Ermittlungen zieht die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaats New York nun gegen den Radiokonzern Entercom vor Gericht. Chefermittler Eliot Spitzer drängt auf eine Verurteilung.

Nach zwei außergerichtlichen Einigungen mit Sony BMG und Warner Music im Rahmen der Payola-Ermittlungen zieht die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaats New York nun gegen den Radiokonzern Entercom Communications vor Gericht. Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer drängt offenbar auf eine Verurteilung, nachdem er es bei den beiden Majors bei Verwarnungen plus Millionenbußen beließ.

Die Radiokette, die 105 Sender in den USA betreibt, soll laut Spitzers Büro Geld- und Sachleistungen entgegengenommen haben, um Songs der Plattenfirmen den gewünschten Platz im Programm zu verschaffen. Die verschärfte Gangart der New Yorker Ermittler liegt auch an Spitzers Unzufriedenheit mit der US-Bundesbehörde FCC. Die Medienaufsicht hätte spätestens nach der Veröffentlichung seiner Ermittlungsergebnisse im Fall von Sony BMG vor acht Monaten hellhörig werden müssen, so Spitzer. Passiert ist indes wenig, nun will er selbst einen Richterspruch erwirken.

Enttäuschung über das mangelnde Engagement der FCC herrscht auch beim US-Independentverband A²IM. President Don Rose schrieb bereits in der vergangenen Woche an FCC-Chairman Kevin Martin mit der Bitte, die Behörde möge sich in die Payola-Ermittlungen einschalten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen. Für Indies gebe es inzwischen in den USA kaum noch eine Chance auf eine Rotation im Radio, obwohl man für 27 Prozent der Musikverkäufe verantwortlich zeichne.

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