New Yorks Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer dehnt seine Ermittlungen im Payola-Fall aus. Nachdem er im Oktober 2004 bereits Vorladungen an verschiedene Majorlabels verschickt hatte, erhielten nun auch die drei führenden Radiokonzerne Clear Channel, Infinity und Entercom Post vom ehrgeizigen Juristen. Spitzer will prüfen, inwieweit Musikunternehmen mithilfe von Mittelsmännern Einfluss auf die Platzierung von Songs im Radio nehmen. Dazu hat er Plattenfirmen und Radiosender aufgefordert, entsprechende Verträge oder Rechnungen offen zu legen.
Marktführer Clear Channel bestätigte den Eingang der Vorladung und sicherte umfangreiche Kooperation zu. In den USA ist es Sendern nach früheren Payola-Fällen nicht gestattet, im Gegenzug für finanzielle Leistungen Songs in ihr Programm aufzunehmen, ohne dies den Hörern mitzuteilen. Angeblich ist es jedoch noch immer gängige Praxis, dass unabhängige Promoter die Sender für das Überlassen von Playlisten bezahlen. Die Promoter selbst würden dann von den Labels für neue Songs der Unternehmen auf diesen Listen belohnt.
Doch nicht nur Eliot Spitzer, der sich in den letzten Jahren durch seine schonungslosen Ermittlungen einen Namen gemacht hat und sich wohl um das Amt des New Yorker Gouverneurs bewerben wird, hat die dubiosen Verbindungen zwischen Labels und Radios im Visier. Auch die US-Bundesbehörde für Kommunikation, die Federal Communications Commission, erwägt derzeit, sich in den Fall einzuschalten.



