Musik

Sound vom Server

Jetzt geht’s auch legal: Das Saugen von Musik aus dem Netz. Etliche Anbieter buhlen in Deutschland um die Gunst des Hörers – mit Angeboten, die den Vergleich durchaus lohnen.

Musik aus dem Netz boomt: Die Musikindustrie hat die Zeichen der Zeit endlich erkannt und begonnen, das Internet als Chance zu sehen und für ihre Zwecke zu nutzen.

Ein weiser Entschluss – denn der Kampf gegen die Netzpiraterie, die sich über die Jahre hinweg zum Volkssport entwickelt hat, war bislang ein Kampf gegen Windmühlen, da keine legalen Alternativen geboten wurden.

Das hat sich mittlerweile gewaltig geändert – auch wenn die ersten Gehversuche wenig erfolgreich verliefen und bis heute keiner der immer zahlreicher werdenden Anbieter Bestnoten verdient.

Nur mit Qualität zum Erfolg

Phonoline, die im Frühjahr noch mit großem Tamtam angekündigte Onlineplattform der deutschen Phonowirtschaft, konnte nicht überzeugen und wurde inzwischen schon wieder eingestellt – ein weiterer Beleg dafür, dass die massiven Probleme der vergangenen Jahre nicht von heute auf morgen gelöst und mit halbgaren Lösungen keine Kunden gewonnen werden können.

Um den weiterhin zahlreich vorhandenen illegalen Tauschbörsen das Wasser abzugraben und auch gegen die stetig wachsende „legale“ Konkurrenz bestehen zu können, müssen die Qualität und vor allem die Quantität des eigenen Angebots stimmen.

Umsonst und legal

Es geht auch ohne Kosten: Neben den diversen Onlineshops gibt’s im Internet auch zahlreiche Seiten, die Musik gratis zum Download anbieten – und das völlig legal. Wer keinen Wert auf Superstars und deren Chartbreaker legt, wird auf Seiten wie mp3.de, vitaminic.de oder peoplesound.de schnell fündig. Newcomersounds gibt’s hier in Hülle und Fülle. Und bei besonic.com oder tonspion.de lässt sich bisweilen sogar der eine oder andere Song von großen Namen finden!

Vergleichen lohnt sich

Daran wird natürlich allerorten eifrig gearbeitet – vor allem seit der Computerriese Apple mit seinem Online-Musicshop iTunes die Bühne betreten und den Wettbewerb in Deutschland verschärft hat.

Neben dem Apfel-Shop haben sich in letzter Zeit fünf weitere „Big Player“ herauskristallisiert, die um die Onlinekundschaft kämpfen: T-Online mit „Musicload“, Sony mit „Connect“, Universal mit „Popfile“ sowie der Internetriese AOL und die Musikvertriebsfirma OD2, die unter anderem die Downloadangebote von Karstadt, WOM, Tiscali, MTV und MediaMarkt befüttert.

Ein Vergleich der Portale vor dem Songkauf ist durchaus empfehlenswert, denn nicht jeder hat gleich viele Songs im Angebot, und auch bei den Preisen gibt es Unterschiede. Als Richtpreis für einen Song gelten derzeit 0,99 Euro – teurer sind die Downloads derzeit nur in Ausnahmefällen.

Format-Wirrwarr

Beim Repertoire setzen zurzeit noch alle auf dasselbe Pferd. Aktuelle Chart-Hits bestimmen das Angebot, die Musik der Independent-Labels oder Oldies sucht man meist noch vergeblich. Genau informieren sollte man sich vor dem Kauf auch über das Dateiformat, wenn man die Downloads auf seinen MP3-Player übertragen will.

Denn: Nicht jeder Anbieter unterstützt jeden portablen Player. So harmoniert die iTunes-Software ausschließlich mit Apples Edel-Player iPod, Sonys „Connect“-Portal unterstützt ebenfalls nur hauseigene Player. Auch in puncto Nutzungsrechte gilt: vorher informieren. Ein heruntergeladener Song lässt sich nämlich mitnichten beliebig oft kopieren. Dem munteren Brennen und Hin-und-Her-Kopieren sind, je nach Anbieter, Grenzen gesetzt.

Eine interessante Alternative zum Download bietet seit kurzer Zeit OD2 an: Mit dem „Sonic Selector“, einem Plug-In für den Windows Media Player, lassen sich Songs nicht nur kaufen, sondern für einen Cent pro Song einmalig in voller Länge abspielen.

Die Musikportale im Überblick

Connect (Sony) www.connect-europe.com

Liedauswahl: 150.000 Bezahlmethode: Kreditkarte, Lastschrift Preis pro Lied: 0,99-1,49 Euro Preis pro Album: ab 9,99 Euro Kopierschutz: auf Sony-Player beliebig kopierbar

Musicload (T-Online) www.musicload.de

Liedauswahl: 350.000 Bezahlung: Telefonrechnung, Kreditkarte Preis pro Lied: 0,99-1,59 Euro Preis pro Album: ab 9,95 Euro Kopierschutz: Songs maximal dreimal brennbar und auf Player kopierbar

AOL musikdownloads.aol.de

Liedauswahl: 350.000 Bezahlung: Telefonrechnung (nur für AOL-Kunden) Preis pro Lied: 0,79-1,49 Euro Preis pro Album: ab 9,99 Euro Kopierschutz: individuell je nach Song

iTunes (Apple) www.apple.com/de/itunes

Liedauswahl: 700.000 Bezahlung: Kreditkarte Preis pro Lied: 0,99 Euro Preis pro Album: ab 9,99 Euro Kopierschutz: einzelne Songs beliebig oft brenn- und kopierbar; Alben maximal siebenmal

Popfile (Universal) www.popfile.de

Liedauswahl: 70.000 Bezahlung: Telefonrechung, Kreditkarte, Prepaid Preis pro Lied: 0,99-1,69 Euro Preis pro Album: ab 7,99 Euro Kopierschutz: individuell je nach Song

Tiscali (OD2) www.tiscali.de

Liedauswahl: 350.000 Bezahlung: Prepaid über Kreditkarte Preis pro Lied: 0,99-1,89 Euro Preis pro Album: ab 12,49 Euro Kopierschutz: individuell je nach Song