Nach dem Kahlschlag in der Klassikabteilung stehen bei Sony BMG in den USA nun offenbar weitere Kündigungen an. Angeblich soll die Repertoire-Division Sony Urban Music aufgelöst werden. Diese wurde unter den im Juni entlassenen Topmanagern Don Ienner und Michelle Anthony ins Leben gerufen und betreut Künstler wie Beyoncé, John Legend oder Three 6 Mafia.
Doch seit Rob Stringer als neuer Chef der Labelgruppe Sony Music U.S. im September das Ruder bei der einen Hälfte des Majors übernommen hat, gibt es Gerüchte über Stellenabbau und Strukturverschlankung. Mit weitreichenden Kündigungen sei noch vor dem 1. Dezember zu rechnen, verrieten Insiderquellen der „New York Post“. Allerdings sollen nicht alle der rund 70 Mitarbeiter der Abteilung entlassen werden, heißt es. Vor allem die Backoffice-Jobs in Buchhaltung, Business Affairs und Rechtsabteilung seien betroffen.
Ein Teil der Belegschaft werde auf die beiden Sony-Music-Labels Epic und Columbia verlegt, die sich dann auch wieder um das Urban-Repertoire kümmern sollen. Vor allem die beim Sony-BMG-Spitzenmanagement geschätzte Abteilungsleiterin Lisa Ellis werde wohl geschont, so die Insider.
Doch auch wenn Urban-President Ellis bei Stringer und dessen Vorgesetztem, CEO Rolf Schmidt-Holtz, wohl gelitten ist, hinkt Sony BMG im Urban-Bereich der Konkurrenz derzeit arg hinterher: Im laufenden Jahr kommt der deutsch-japanische Major gerade einmal auf einen Marktanteil von 13 Prozent. Universal Music steht im Urban-Geschäft mit 41 Prozent noch deutlicher an der Spitze des Marktes als ohnehin schon, und selbst die nach Gesamtumsätzen deutlich kleinere Warner Music Group kann 22 Prozent des Urban-Marktes verbuchen.


