Musik

Sony BMG verhängt Produktionsstopp für XCP-Kopierschutz

Die Zentrale von Sony BMG zieht Konsequenzen aus den PR-Problemen rund um die Kopierschutztechnologie von First 4 Internet. Als vorübergehende Vorsichtsmaßnahme stoppe man die Produktion von CDs mit dem XCP-System.

Die Zentrale von Sony BMG zieht Konsequenzen aus den PR-Problemen rund um die Kopierschutztechnologie aus dem Hause First 4 Internet. Als vorübergehende Vorsichtsmaßnahme stoppe man die Produktion von CDs mit dem XCP-System, teilt das Unternehmen mit. „Wir bauen auch weiterhin auf Kopierschutztechnologien und sehen diese Systeme als wichtigen Baustein, unsere Rechte und das geistige Eigentum unserer Künstler zu beschützen“, heißt es in einem Statement auf der internationalen Sony-BMG-Homepage. Zudem will das Unternehmen seine bisherige Strategie im Umgang mit DRM-Systemen unter die Lupe nehmen. So soll gewährleistet werden, dass „wir auch künftig in Fragen der Sicherheit und Kundenzufriedenheit unsere Ziele erreichen“. „Wir bedauern zutiefst alle Umstände, die wir verursacht haben könnten.“

Sony BMG reagiert mit dieser Ankündigung auf den großen Medienrummel um eine DRM-Technologie aus dem Hause des britischen Unternehmens First 4 Internet auf einigen in den USA hergestellten Produkten. Von ersten Berichten über so genannte Rootkits und Informationen zur Entfernung der Software vom heimischen PC über Konsumentenklagen in Kalifornien bis hin zu ersten Virenproblemen reichte die Palette an Berichten. Da half auch nichts, dass Maarten Steinkamp, President Sony BMG Continental Europe und Chairman & CEO Sony BMG Germany, in der vergangenen Woche ankündigte, für 2006 in Europa ein System einführen zu wollen, das diese Probleme eben nicht mitbringt: Von der dpa bis hin zur „Tagesschau“ reichten die Missverständnisse, die das als ersten Schritt sahen, das umstrittene und bislang höchstens über Importe nach Deutschland gelangte XCP-System auch hier zu Lande einzuführen.

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