Noch ist So Kalmery eines der bestgehüteten Geheimnisse Afrikas. Das soll sich mit der CD „Bendera“ (Best-Nr.: 9953-2) ändern, die am 18. Juni bei Indigo veröffentlicht wurde. Darauf überrascht der 45-jährige Musiker aus dem ehemaligen Zaire mit einer mitreißenden Mischung aus afrikanischen Roots, Country und Blues. In Frankreich eroberte das Album Rang drei der Roots- Charts von Musik Info Hebdo. Zudem kam es bei Radio France Inter, RFI und FIP auf die Playlist. Kalmery bezeichnet seinen Stil als „Brakka“ und beschreibt ihn als „Echo der Vergangenheit, das Lied unserer Mutter Afrika“.
Kalmerys bewegte Lebensgeschichte erinnert an Geoffrey Oryema. Auch sein Vater wurde aus politischen Motiven getötet. Die Familie musste nach Sambia auswandern und Kalmery schlug sich als Musiker durch. Mit nur 16 Jahren unterschrieb er bereits einen Plattenvertrag bei EMI Nairobi. Heute lebt Kalmery in Paris. Dort entstand auch sein jüngstes Album „Bendera“. Das von David Godevais 1992 gegründete Jazz- und Weltmusiklabel Pygmalion Records hat sich in Frankreich bereits einen hervorragenden Ruf mit französischen Jazzmusikern erworben.
Auf den deutschen Markt allerdings vertreibt Indigo vorerst nur die Weltmusik-Sparte. Zweite Veröffentlichung von Pygmalion ist das Debüt von Touré-Touré. Der melodiöse Afropop auf „Laddé“ (CD-Best.-Nr.: 9952-2) kann sich problemlos mit den senegalesischen World-Music-Pionieren von Touré Kunda messen.
Indigo unterstützt beide Acts mit Sammelanzeigen in „Blue Rhythm“. „Die Alben werden in den Sommerausgaben der wichtigsten Musikzeitschriften besprochen“, erklärt die freie Promoterin Anne Sasson. Kooperationsbereitschaft signalisiert auch Laure Dréano-Mayer, stellvertretende Leiterin des Bureau de la Musique Francaise in Berlin, das frankophone Künstler auf dem deutschen Markt etablieren will: „Wir würden einen Auftritt der Künstler im Rahmen der Global Nights bei der Popkomm. unterstützen.‘


