Musik

Sly & Robbie: Reggae-Legenden revolutionieren den Dub

Das Rhythmus-Gespann Sly & Robbie versorgt die Reggae- und Dancehall-Szene seit über 30 Jahren mit herausragenden Riddims und Beats. Auf dem neuen Album „Dub Revolutinaries“ (RAS/Sanctuary/rough trade) arbeitet das Duo erstmals mit dem Produzenten Mad Professor zusammen.

Es gibt nur wenige Künstler im Reggae-Segment, die die Entwicklung dieser Musik in den vergangenen Jahrzehnten mehr vorangetrieben haben als Sly Dunbar und Robbie Shakespeare. Da ist es dann durchaus erlaubt, dass man auf seinem Weg innehält und sich mit seinen eigenen musikalischen Wurzeln beschäftigt. Genau das haben Sly & Robbie mit Hilfe von Mad Professor und dem Saxophonisten Dean Fraser auf „The Dub Revolutionaries“ getan. „Wir haben über eine mögliche Zusammenarbeit mit Mad Professor schon sehr lange gesprochen“, sagt Sly Dunbar. „Aber erst letztes Jahr hatten wir dann wirklich Zeit, uns in einem Studio in England zusammenzusetzen.“

Zwar schätzt man die Arbeit des jeweils anderen, aber die vielfältigen Verpflichtungen von Sly & Robbie hatten immer wieder zu Verzörerungen geführt. „Wir sind jedenfalls glücklich, das es jetzt endlich geklappt hat“, so Sly. „Die erste Session dauerte nur zwei Tage. Schon nach ein paar Minuten hatten wir einen gemeinsamen Nenner gefunden: Wir unterhielten uns ausführlich über Phillysoul und Motown.“ Und von diesem Ausgangspunkt an entwickelten sie einen Sound, der zwar „ein wenig Retro klingt, aber auch sehr viele moderne Elemente enthält“. Entstanden sind die Aufnahmen in einem Studio, das vorrangig mit Analoggeräten ausgerüstet war. „Daher auch der warme, vertraute Klang der Tracks“, erzählt Dunbar. Insgesamt spielte das Trio, Saxophonist Dean Fraser stieß erst später dazu, in zwei getrennten Aufnahmesessions im April und August 2003 fast 60 Songs ein. Aufs Album „The Dub Revolutionaries“ schafften es aber nur 15 Stücke. „Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es nicht bei dieser einen Platte bleiben. Das Material reicht locker für ein oder zwei weitere Alben.“ Fertiggestellt hat Mad Professor die Songs ohne die Mithilfe von Sly & Robbie. Für die Aufnahmen verzichtete Sly Dunbar auf elektronische Hilfsmittel beim Schlagzeugspielen. „Um einen Sound zu kreieren, der sich mit denen von damals messen lassen kann, ist es unumgänglich, wieder auf richtige Instrumente zurückzugreifen.“