Musik

Slowenische Handelskette Big Band expandiert in Österreich

Unter dem Namen BOF – Building Of Fun eröffnete die Elektrohandelskette Big Bang am 22. Oktober ihre erste Filiale in Graz. Im Gespräch mit musikwoche.de erläutert Gründer Jurij Schollmayer seine Pläne.

“Das BOF-Konzept ist eines, das Zeit braucht. Wir sind kein Discounter, wir wollen durch unsere Kompetenz punkten und vor allem die Kunden zu einer längeren Verweildauer einladen“, erläutert Jurij Schollmayer, Gründer und Geschäftsführer der slowenischen Handelskette. Er will mit BOF die Vorzüge eines Fachgeschäfts auf die Großfläche übertragen: „Wir legen größten Wert auf die Produktauswahl und unsere Dienstleistung. Unsere Mitarbeiter verfügen über großes Fachwissen und beraten kompetent – egal, ob es sich um Weißware, Software oder um CDs und DVDs handelt.“ Mit diesem Konzept will Schollmayer neue Impulse in den Elektromarkt-Bereich bringen: „Und das alles natürlich zum Bestpreis. Wir glauben, dass dieses Konzept, das in Slowenien hervorragend funktioniert, auch weltweit greifen kann. Österreich ist ein guter Test dafür.“

Der kürzlich eröffnete BOF-Markt in Graz erfreue sich bereits regen Kundeninteresses: „Besonders mit dem Softwarebereich sind wir bislang sehr zufrieden“, meint Schollmayer, der seinen Kunden ein Einkaufserlebnis vermitteln will: „Die Inszenierung ist uns sehr wichtig. Deshalb haben Bereiche wie unsere Wohnlandschaft, die Bar, DJ- und Live-Sets eine große Bedeutung. Wir betrachten das Tonträgersegment auch nicht als Frequenzbringer.“ BOF verfüge über ein breites Sortiment, das über Charts-Themen hinausgeht: „Klassik, Ethno oder Jazz wird bei uns sehr genau gepflegt.“

Im März 2003 soll eine zweite Filiale mit einer Verkaufsfläche von 3000 Quadratmetern mit mehr als 50 Mitarbeitern auf zwei Etagen im Wiener Einkaufscenter Steffl eröffnen: „Dieses intern als ‚City-BOF‘ bezeichnete Outlet soll weniger Weißware, sondern mehr Tonträger und Bücher anbieten. Gerade feilen wir an dem Bar-Konzept, das eine intellektuelle Klientel ansprechen soll, die dort in Büchern schmökern und CDs hören kann. Um dort kostendeckend zu sein, peilen wir einen Umsatz von 20 Millionen Euro an.“ Schollmayer will zügig in weitere Standorte investieren: „Wir sind sehr am Standort des Virgin Megastores auf der Mariahilfer Straße interessiert und gehen davon aus, dass wir im Weihnachtsgeschäft 2003 dort bereits aktiv sein können.

Darüber hinaus planen wir BOF-Filialen in Linz, Salzburg und Innsbruck. Insgesamt wollen wir in Österreich zehn Standorte errichten.“ Die Libro-Krise habe keine Rolle beim Schritt auf den österreichischen Markt gespielt, gibt Schollmayer an. Statt dessen bezeichnet er Österreich als „ein exemplarisches Musikland“: „Ich denke, dass hier sehr viele Menschen leben, die an Musik auch außerhalb der Charts interessiert sind.“ Diese Kunden will er mit BOF ansprechen: „Wir werden niemandem Marktanteile wegnehmen, sondern für ein erweitertes Angebot sorgen.“ Um die Zukunft des Tonträgers macht sich Schollmayer keine Sorgen: „Ich gehe davon aus, dass es CDs oder eine andere materialisierte Form von Tonträgern auch weiterhin geben wird und diese die Hauptrolle im Business spielen. Grundsätzlich verstehen wir uns aber als Softwarehändler und sind bezüglich neuer oder anderer Formate naturgemäß sehr flexibel.“

Die Firma Big Bang

Ende des Jahres 1993 eröffnete das vom 37-jährigen Diplom-Ingenieur Jurij Schollmayer gegründete Unternehmen Big Bang in Slowenien seinen ersten Elektromarkt. Inzwischen existieren dort bereits 32 Big-Bang-Märkte und ein BOF-Center, die mit zusammen 500 Mitarbeitern in diesem Jahr einen Umsatz von rund 110 Millionen Euro erwirtschaften sollen. Der Marktanteil in Slowenien liegt bereits bei 40 Prozent und soll im kommenden Jahr auf 50 Prozent steigen. In Österreich will Schollmayer das BOF-Konzept mit seinem Partner Alfred Stenzl umsetzen, einem erfahrenen Elektrohändler aus Hollabrunn. Musikfreunde finden bei BOF 35 Subabteilungen vor und ein eigenes DJ-Pult, wo die neusten Hits vorgestellt werden.