Musik

Skip Records: Qualität steht an erster Stelle

Auf eine kurze, aber erfolgreiche Geschichte kann das zum 1. Juli 1999 von Bernd Skibbe und Sabine Bachmann gegründete Label Skip Records zurückblicken.

In einem Satz umreißt Skibbe die Skip-Philosophie: „Gebt Qualität eine Chance!“ Skip verstehe sich als Forum für eigenständige Künstler und wolle dem Hörer Alternativen eröffnen. „Dabei sind wir in unserer Auswahl hemmungslos subjektiv, unsere Vorlieben können mal im Jazz, mal in der World Music, mal im Funk und mal im Folk liegen. Der Jazz darf hörbar sein, muss den Zuhörer emotional packen, egal ob Smooth oder Free, Wave oder World“, ergänzt Sabine Bachmann, die auch als Geschäftsführerin der PR-Agentur Pro-Motion tätig ist, während Skibbe sich einst in der Szene einen Namen als Marketing/A&R-Manager bei WEA und Minor Music machte.

Als Kriterien für die Verpflichtung von Künstlern für Skip Records nennen die beiden Verantwortlichen „Eigenständigkeit, Persönlichkeit und Vermarktbarkeit“. Außerdem müssten ihre Musiker auch live etwas zu sagen haben. „Leider haben es auslän- dische Künstler mit ihrem Exoten-Bonus in den deutschen Medien leichter. Dennoch werden wir hier und da weiterhin Heimat für deutsche Künstler auf dem Weg in die Welt sein.“ Beispiele sind Sänger Peter Fessler (Ex-Trio-Rio), der Schlagzeuger Wolfgang Haffner, der Bayerische Kulturpreisträger und Pianist David Gazarov und neuerdings Gitarristin Susan Weinert. Aber auch Künstler wie Pee Wee Ellis, Luka Bloom, Mitchel Forman, Omar Sosa oder Will Lee gehören zum Skip-Künstlerkreis. Etwa zehn bis zwölf CDs veröffentlichen die Hamburger pro Jahr. „Unsere Wunschvorstellung sind die Jazz-Charts, die wir bislang zehnmal erreicht haben. Innerhalb Deutschlands verkaufen wir zwischen 1500 und 10.000 Einheiten, weltweit gesehen nicht weniger als 3000 Einheiten pro Veröffentlichung, mit kontinuierlich steigender Tendenz.“ Zugleich betont Skibbe aber, dass sich die Rahmenbedingungen im Jazz wie beispielsweise die Konzertszene, Handels- oder Medienpräsenz verschlechtern.

„Es gibt leider nicht genug Macher, die sich bedingungslos für dieses Genre einsetzen.“ Zu den Skip-Schwerpunkten 2002 zählt das gerade veröffentlichte Album „Blue Summer“ von Peter Fessler. Neue Signings sind der Bassist Will Lee mit einem Charlie Parker-Tribute sowie Susan Weinert.