Kaum werden Disneys Verkaufspläne für die Radiosparte konkreter, schon mehren sich die Interessenten. Mit Sirius Satellite Radio scheint nun auch eine auf den ersten Blick ganz unpassende Firma ein Auge auf das Senderportfolio der Mickey-Maus-Firma geworfen zu haben. US-Medien berichteten, Disney wolle demnächst seine gesamte Radiosparte mit 71 Stationen und einem gesonderten Sendernetzwerk abstoßen oder mit einem Mitbewerber fusionieren. Deshalb habe das Unternehmen bereits die Investmentbanken Bear Stearns und Goldman Sachs beauftragt, sich nach Käufern umzusehen.
Einer davon könnte Sirius sein, CEO Mel Karmazin hat angeblich schon mit Disneys künftigem Chef Robert Iger darüber verhandelt. Sirius sendet keinen einzigen seiner mehr als 120 Sender über UKW oder Kurzwelle, sondern per Abonnement über Satellit. Sowohl Sirius als auch Mitbewerber XM haben bisher immer wieder betont, dass terrestrisches Radio ein Auslaufmodell sei und dass dem Digitalfunk die Zukunft gehöre. Insofern überrascht Karmazins Interesse an dem Geschäft.
Doch Beobachter vermuten dahinter schlicht buchhalterisches Kalkül: Sirius ist mit seinen 1,5 Mio. Kunden noch relativ weit von schwarzen Zahlen entfernt. Eine Übernahme oder Beteiligung an Disneys Sendern würde den Digitalfunkern mehr Cashflow bescheren. Das gesamte Radiogeschäft von Disney macht jährlich geschätzte 700 Mio. Dollar Umsatz bei einem Cashflow von rund 240 Mio. Dollar aus. Laut Merrill Lynch wäre die gesamte Sparte zwischen 2,6 und 3,6 Mrd. Dollar wert.


