Die Fusionskandidaten Sirius und XM Satellite Radio versuchen in diesen Tagen, die Entscheider in Washington davon zu überzeugen, dass ein Zusammenschluss der beiden US-Digitalfunkanbieter keine negativen Auswirkungen für die Konsumenten haben wird. Dabei bieten die zwei Firmen auch immer mehr Konzessionen an.
Vor einem für Wettbewerbsfragen zuständigen Unterausschuss des US-Senats kam es inzwischen zur dritten parlamentarischen Anhörung über die geplante Fusion. Obwohl der Kongress keine Entscheidungsbefugnis in dieser Angelegenheit hat, gilt das Schaulaufen vor den Abgeordneten als Barometer für die Stimmungslage in der amerikanischen Hauptstadt. Zudem haben die Parlamentarier indirekt Einfluss auf die Entscheider im Justizministerium und bei der Medienaufsicht FCC, die die Firmenhochzeit der beiden genehmigen müssen.
Vor allem Sirius-CEO Mel Karmazin, der die Lobby-Arbeit in eigener Sache vorantreibt, sieht sich immer wieder mit großen Widerständen konfrontiert. Abgeordnete und verschiedene Interessengruppen opponieren zum Teil offen gegen den Zusammenschluss, der ein Monopol schaffen würde. Genau diesen Punkt will Karmazin entschärfen: Er betont, dass auch nach dem Merger ein starker Wettbewerb von Onlineradios, Streamingdiensten für Handys, terrestrischen HD-Sendern oder Downloadplattformen bestehe.
Um den Gegnern des geplanten Deals den Wind aus den Segeln zu nehmen, bietet Karmazin inzwischen weitreichende Konzessionen an. So will er den Kunden künftig die Möglichkeit geben, den Empfang von „Adult“-Kanälen – also Sendern mit nach amerikanischen Moralvorstellungen anstößigen Inhalten – zu sperren und dafür einen Preisnachlass zu erhalten. Darüber hinaus soll es verschiedene Angebotspakete geben, die der Befürchtung entgegen wirken sollen, dass der Monopolist willkürlich die Preise erhöhen wird.
Derzeit zahlen Kunden von XM oder Sirius rund 13 Dollar monatlich für ein Standardpaket mit jeweils mehr als 100 Sendern. Wenn die beiden Anbieter verschmolzen werden, sollen Kunden aus unterschiedlichen Senderportfolios wählen können, die zum Teil weniger als zehn Dollar, aber auch mehr als 15 Dollar kosten sollen.
Man werde auch einige redundante Kanäle streichen können und damit Platz für mehr Minderheitenprogramme schaffen können, so Karmazin. Schon jetzt biete man Sender in den Sprachen Spanisch, Französisch und Koreanisch an. Denkbar seien noch mehr Fremdsprachenkanäle oder Programme, die auf bestimmte ethnische Gruppen zugeschnitten sind.



