Musik

Sir Bob will kein Live Aid II

Bob Geldof hält eine Neuauflage der Charity-Show für ein Desaster.

Ein Live Aid II gebe es nur über seine Leiche, schimpfte der Organisator des legendären Benefizkonzerts, das 1985 über die Bühne ging. Zuvor hatten diverse britische Medien über Pläne berichtet, wonach im Juli ein riesiger Charity-Event parallel zum G8-Gipfel im schottischen Perthshire stattfinden soll. Als Veranstaltungsort ist der Londoner Hyde Park im Gespräch. Britische Künstler wie Coldplay, U2 und Robbie Williams sollen dort Geld für Afrika sammeln und die Industrienationen dazu auffordern, einen Schuldenerlass für die Entwicklungsländer durchzusetzen. Allerdings steht das Projekt auf wackeligen Beinen und müsste allem Anschein nach ohne die fest eingeplante Unterstützung Geldofs auskommen.

Veranstalter hoffen auf Sinneswandel

Als Strippenzieher hinter den Konzertplänen macht Geldof die Musikindustrie und die Medien aus. „Sie wollen, dass ich die Künstler anrufe und sie dazu bringe mitzumachen“, beschwert sich der von der Queen geadelte Musiker. Die Konzertveranstalter, die an einem Live Aid II interessiert sind, hatten angeboten die jährliche Veranstaltung des Prince’s Trust im Hyde Park miteinzubeziehen. Allerdings haben sie Probleme, genügend Stars von einer Teilnahme zu überzeugen. Geldof sähe jedoch statt einer neuen Ausgabe des Live-Aid-Konzerts lieber mehrere Veranstaltungen weltweit. Noch in dieser Woche will er sich mit dem Live Aid Trust zusammensetzen, um über eine alternative Künstler-Kampagne zu diskutieren.

Die Londoner Veranstalter hoffen indes auf einen Sinneswandel des Musikers. Zwar fragte Geldof rhetorisch „warum soll ich etwas wiederholen, was ich schon vor 20 Jahren gemacht habe“. Angesichts der im letzten Jahr unter seiner tatkräftigen Mithilfe veröffentlichten Benefizsingle von Band Aid 20 wirkt dies jedoch wenig überzeugend.