Genauer gesagt: für Reggae-Klassiker. Bereits im Februar hat Sinead O’Connor ein Album mit alten Stücken herausgebracht (darunter Kollaborationen mit Moby, U2 und Peter Gabriel). Ihr zweites Album im laufenden Jahr beschert den darbenden Fans wieder kein neues Material. Das für den Oktober geplante „Throw Down Your Arms“ enthält ausschließlich Coverversionen bekannter Reggae-Stücke.
Immerhin besser als nichts. Denn eigentlich hatte sich die Irin vor zwei Jahren aus dem Musikgeschäft zurückgezogen, um laut eigener Aussage ein „normales Leben“ zu führen. Als die bekannteste Kurzhaarträgerin des Popbusiness dann Anfang des Jahres mit der Ankündigung an die Öffentlichkeit trat, einen Vertrag über drei Alben abgeschlossen zu haben, überraschte das nicht wirklich. Schließlich war sie schon 1992 aus dem Rampenlicht verschwunden, um in aller Ruhe Operngesang zu studieren.
Ohne Punkt und Komma
Diese Ausbildung wird ihr bei der Neuaufnahme der zwölf Reggae-Tracks jedoch wenig nutzen. Nichtsdestotrotz werden die Interpretationen der sanften Sängerin mit Spannung erwartet. Ebenso darf man gespannt sein, mit welchen Aussagen die bekennende Papst-Gegnerin in Zukunft anecken wird.
Ein erstes Statement zum neuen Album dürfte bei so manchem Kirchenträger wieder für Unbehagen sorgen. In einem Interview ließ O’Connor, die schon mit dem Plattentitel „She Who Dwells In The Secret Place Of The Most High Shall Abide Under The Shadow Of The Almighty“ ihr Faible für lange Sätze offenbarte, Folgendes verlauten:
„Die Originale dieser Songs werden nie verbessert werden können, deswegen hoffe ich, mit meinen Aufnahmen die Komponisten zu ehren und ihre Lehre weiter zu verbreiten, verbunden mit der Hoffnung, die Botschaft der Rastafaris an all jene heranzutragen, die im Übrigen nicht wissen, dass Gott und Religion zwei überaus verschiedene Dinge sind.“


