“Mich erinnert ‚Cry‘ stark an die frühen Simple Minds vor der Bombast-Phase, vor ‚Don’t You (Forget About Me)‘ oder ‚Alive And Kicking'“, erklärt Jim Kerr. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass bei uns vieles zyklisch verläuft, und deshalb kann es durchaus passieren, dass wir beim übernächsten Album wieder bei den bombastischen Sounds landen. Doch bevor man zu einer alten Idee zurückkehrt, sollte man neue Wege gehen, um den Kopf frei zu bekommen.“
Zugleich habe „Cry“ einen starken Pop-Einschlag, den Kerr bewusst angestrebt habe, nachdem er in Italien – der Sänger pendelt ständig zwischen Schottland und Sizilien – mit dortigen Bands zusammengearbeitet habe, beispielsweise mit dem House-Act Planet Funk. „‚Cry‘ ist das erste Album seit etwa zehn Jahren, bei dem ich mit meinen Vorstellungen wirklich dominiert habe. Ich habe beim Songwriting und im Studio Richtung und Tempo vorgegeben. Mir schwebte ein Pop-Album vor – nicht zuletzt durch die Einflüsse, die ich in Italien aufgesaugt habe. Dort ist die Musik zwar oberflächlicher, aber auch sehr direkt, und das hat mir zugesagt“, beschreibt Kerr. Auch habe die Zusammenarbeit mit Vince Clarke von Erasure sicher ihren Niederschlag gefunden. Nachdem die Simple Minds lange Jahre bei Virgin unter Vertrag standen und dann bei EMI, wo laut Gitarrist Charlie Burchill die Bänder eines unveröffentlichten Albums in den Archiven liegen, arbeiten sie heute mit Eagle Rock zusammen. Und dort unternimmt man einige Anstrengungen, um „Cry“, das am 2. April erscheint, hoch in den Charts zu platzieren.
Etwa 100.000 Euro investiert Eagle Rock in TV-Werbung, erklärt Tobias Allert, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Plattenfirma. Dazu kämen Anzeigen in Magazinen wie dem „Rolling Stone“, „Musikexpress“, „GoodTimes“, „Eclipsed“, „Musix“ und „Kulturnews“. Außerdem werden Sonnenstudios bemustert. In Planung sind zudem laut Allert bundesweite Plakatierungen und ein Song auf der nächsten „kulturSpiegel“-CD.


