Als Newcomer kann man Sorgente eigentlich nicht mehr bezeichnen, dazu ist die Band einfach schon zu lange aktiv. Bereits vor fünf Jahren brachten die sieben Musiker in Eigenregie ein Debütalbum heraus, erzählt Gitarrist Mr. Jacobsen: „Es unterschied sich allerdings noch deutlich vom aktuellen Sound.“ Bis „First … And Then?!“ entwickelte sich die Formation kontinuierlich weiter, so dass sie jetzt eine elektrisierende und abwechslungsreiche Mixtur aus unterschiedlichsten Stilelementen präsentieren kann, die von Latin über HipHop bis hin zu Funk reichen.
Mr. Jacobsen bezeichnet die neue Platte als Bestandsaufnahme, „auf der wir noch einmal festhalten, was wir in den vergangenen zwei Jahren an Material geschrieben haben. Es war einfach nötig, die aufgestauten Ideen loszuwerden und zu bündeln, um jetzt wieder unbeschwert weiter zu machen.“
Sorgente sind schon wieder im Studio und tüfteln bereits an der nächsten Platte. „Wir wollen uns einfach nicht auf dem Erreichten ausruhen und arbeiten deshalb jetzt schon mit Hochdruck an der neuen Platte, die idealerweise im nächsten Januar fertig sein soll.“
Neue Einflüsse
Um die außergewöhnlichen Qualitäten der Band kennen zu lernen, muss man allerdings nicht auf das kommende Album warten, denn auch „First … And Then?!“ hat eine Menge zu bieten. In den 13 Songs überzeugt die Band mit einfühlsamen Grooves, ausgeklügelten Arrangements und vielstimmigen Soul-Chören.
Sorgente haben in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht. „Das liegt vor allem an den Musikern, die nach und nach zur Band hinzu stießen und immer wieder neue Einflüsse mit einbrachten“, sagt Für Gitarrist Mr. Jacobsen, der noch kein Ende dieses Transformationsprozesses sieht. „Wir decken auf diesem Album sehr bewusst ein breites stilistisches Spektrum ab. Bei der nächsten Platte wollen wir die unterschiedlichen Einflüsse noch mehr kanalisieren und komprimieren.“
Großer Schritt in die richtige Richtung
Sorgente wollen sich mit „First … And Then?!“ der fruchtlosen Diskussion über musikalische Schubladen entziehen, die sie zu ihrem Leidwesen in der Vergangenheit schon oft führen mussten. Um diese Schubladisierung zu vermeiden, hat Mr. Jacobsen ein einfaches Rezept: „Dazu müssen wir unseren Sound genauer definieren und etwas Eigenes Schaffen.“
Auch wenn sich die Band selbst noch nicht am Ziel dieses Weges sieht, ist ihr neues Album doch ein mächtiger Schritt in diese Richtung. „Je länger wir zusammen spielen, desto klarer entwickelt sich auch unser eigener Sound“, sagt Mr. Jacobsen.
Wertvolle Diskussionen
Dass dieser Prozess nicht so einfach ist, wie er sich anhören mag, merkten Sorgente bei den Aufnahmen zum aktuellen Album: „Einzelne Mitglieder hatten unterschiedliche Auffassungen darüber, in welche Richtung sich der eine oder andere Song entwickeln sollte.“ Beim Titel „Drifting'“, mit dem das Album endet, gab es zum Beispiel lange Diskussionen, ob daraus eine Reggae-Nummer werden sollte oder nicht.
Letztlich brachten diese Diskussionen die Band jedoch weiter: „First … And Then?!“ klingt trotz der vielen stilistischen Abschweifungen ungemein kompakt. Sorgente gelang es, aus vielen Einzelteilen ein stimmiges Werk zu formen, das von der ersten bis zur letzten Sekunde auf eigenen Füßen steht.


