Musik

Sieben Gründe für die Quote

Die Verbände der deutschen Musikwirtschaft haben in einer Erklärung sieben Gründe für eine Radioquote für musikalische Neuheiten und deutschsprachige Musik aufgeführt. musikwoche.de gibt die Gründe in leicht gekürzter Form wieder.

  1. Deutsche Musik kommt als Kulturgut zu wenig vor im Radio. Immer mehr dient Musik vor allem als „Abschaltbremse“ zwischen den Werbezeiten. Die öffentlich-rechtlichen Sender vernachlässigen hier ihren Kulturauftrag, der allein die Rundfunkgebühren rechtfertigt.

  2. Deutsche Künstler kommen, obwohl es viele Musikaufnahmen gibt, einfach nicht in die Radioprogramme. Zu wenig öffentlich-rechtliche Sender sind bereit, neuen Künstlern regelmäßig ausreichenden Raum zu attraktiven Sendezeiten zu bieten.

  3. Früher waren Radiostationen musikalisch ambitioniert, hatten Trendsetter-Funktion und „machten“ Hits. Viele Menschen kauften Platten, die sie vorher im Radio gehört hatten. heute hört man im Radio in aller Regel die Songs, die schon in den Charts sind und sich dadurch bereits als erfolgreich erwiesen haben. Im Ergebnis fehlt die musikalische Breite. So heißt es heutzutage immer öfter: „Wir machen keine Hits, wir spielen sie.“

  4. Es gibt kaum noch Musikredakteure. Statt dessen werden Musikeinsätze von Computerprogrammen gesteuert. Die Musikauswahl wird durch Marktforschung auf Bekanntheitsgrad und „Abschaltfestigkeit“ getestet.

  5. Die Zunahme der Hörfunkprogramme in den letzten 15 Jahren hat nicht mehr Vielfalt gebracht, sondern nur viele Varianten des immer Gleichen. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben sich immer stärker dem Einerlei der Privaten angepasst, statt Breite und Qualität zu präsentieren.

  6. Manche Radiostationen haben nur einige hundert Titel in der sogenannten „Rotation“, die dann regelmäßig gespielt werden. Sie kommen mit extrem wenig „Material“ aus, das bis zum Erbrechen wiederholt wird. Motto zum Beispiel: „Das Beste von heute und die Hits der 90er.“ Das Innovationspotential dieser Sender ist gleich Null.

  7. Der Anteil des nationalen Repertoires an den Top 100-Single-Charts lag 2001 bei 35,5 Prozent, bei den Album-Charts bei 21,1 Prozent. Der Anteil deutschen Musikrepertoires muss gesteigert werden!

Fazit: Radio diskriminiert heute junge deutsche Musik zu Gunsten internationalen Mainstreams und vernachlässigt damit seinen Kulturauftrag.