Vom 6. bis zum 9. Juli ging das Exit Festival, das größte Musikevent in Südosteuropa, über die Bühne. Wie im vergangenen Jahr strömten rund 160.000 Besucher zur sechsten Ausgabe des Festivals in die serbische Stadt Novi Sad. „Der größte Teil der Konzertbesucher stammt aus den Republiken des ehemaligen Jugoslawiens, allerdings nimmt die Zahl der internationalen Gäste von Jahr zu Jahr immer mehr zu“, erklärte Paxton Jude Talbot, Geschäftsführer der britischen Veranstaltungsagentur Lily Events und Mitorganisator beim Exit. „Über 10.000 kamen aus dem Ausland, wobei Briten mit rund 3000 Besuchern den größten Anteil ausmachten.“
Bislang blieb die Zahl der Festivalbesucher aus Deutschland gering. „Wir führen dies auf unser Line-up zurück, das weniger auf ein deutsches Publikum ausgerichtet ist.“ Außerdem sei das Exit im deutschsprachigen Raum noch nicht so präsent, meinte Talbot weiter. Aus einer Studentenbewegung gegen den damaligen Präsidenten Rest-Jugoslawiens, Slobodan Milosevic, generierte sich das Team der Exit Association, die heute noch die Veranstaltungsreihe auf die Beine stellt. Neben MTV, Visa und Tuborg unterstützen bislang nur nationale Sponsoren sowie das serbische Finanzministerium das Festival. „Das Exit bringt bisher noch keinen Profit ein“, sagte Rajko Bozic, Press Manager bei der ausrichtenden Exit Association. „Die größte Einnahmequelle bleibt der Ticketverkauf. Unser Plan ist es, mit dem Festival bis 2008 Profit zu machen.“
Zu den musikalischen Höhepunkten in diesem Jahr gehörten Franz Ferdinand, The Cardigans, Morrissey, Suzanne Vega und Him. In den vergangenen Jahren zog das Exit zudem Künstler wie The White Stripes, Fatboy Slim, Garbage, Massive Attack sowie Goldfrapp an. „Da wir nicht in der Lage sind, vergleichbare Gagen wie andere europäische Festivals zu zahlen, denken wir, dass sich die Musiker aufgrund des guten Rufs und der besonderen Location für das Exit entscheiden“, so Talbot.
Das Festival, das auf der Petrovaradin Burg stattfindet, bietet eine Kapazität von 45.000 Besuchern täglich. „Hier können wir noch expandieren“, erklärte Talbot. „Über 100.000 Gäste könnte der Komplex fassen, wenn die notwendigen Renovierungsarbeiten durchgeführt werden.“ Wichtig für den Ausbau des Festivals und als Impulsgeber für die ganze Region seien außerdem erleichterte Visabestimmungen für Festivalbesucher sowie eine verbesserte Anreisemöglichkeit nach Nordserbien.



