Musik

Seal: Wiederbelebung einer musikalischen Ehe

Eigentlich heißt der Mann Henry Samuel, aber man kennt ihn nur als Seal. 1990 rollte er mit der Single „Killer“ zum ersten Mal die internationalen Charts auf. Nach einer musikalischen Flaute meldet sich der Sänger, unterstützt von Produzent Trevor Horn, mit „Seal IV“ eindrucksvoll zurück.

In den Neunzigern war der Popsänger Seal überaus erfolgreich, mit seiner Synthese aus Soul und Pop brachte er es auf elf Millionen verkaufte CDs. Das Album „Human Being“ verkaufte sich allerdings äußerst mäßig, woraufhin es so aussah, als zöge sich der Engländer nigerianischer Abstammung aus dem Popgeschäft zurück. Fünf Jahre nach „Human Being“ legt der Sänger nun das Album „Seal IV“ (Warner Bros./wea/Warner) vor, an dem er schon 1999 zu arbeiten begonnen hatte. „Aber das habe ich nach zwei Jahren in die Tonne gehauen, denn es war nicht glaubwürdig und hatte keine Relevanz“, erklärt Seal. „Und wenn ich schon nicht daran glaube, wird es auch niemand anders tun.“

Der Sänger wandte sich an seinen einstigen Produzenten Trevor Horn, mit dem er sich bei „Human Being“ zerstritten hatte. Nach der fünfjährigen Sendepause besannen sich beide auf erfolgreiche gemeinsame Zeiten. „Ich erinnerte mich daran, wie gern ich mit Trevor Horn zusammengearbeitet habe“, sinniert der groß gewachsene Musiker. „Wie er es geschafft hat, dass ich mich wohl fühle. Wir kennen uns seit über dreizehn Jahren, das ist länger, als die meisten Ehen halten.“ Ähnlich wohlwollend äußert sich der erfolgreiche Produzent (Frankie Goes To Hollywood, Grace Jones, t.A.t.U.): „Mit Seal zu arbeiten ist wie Mercedes zu fahren statt – sagen wir mal – Skoda. Seal hat einen derartigen Gestaltungsreichtum und eine so ausdrucksvolle Stimme, dass man nicht so viel mit Effekten und dergleichen arbeiten muss.“ Mit „Seal IV“ zeigt der Sänger, dass er dem Erwartungsdruck gut Stand hält und ein weiterer Flop kaum zu erwarten ist. Die Songs sind eingängig, feinsinnig arrangiert und hervorragend produziert. Die Sounds sind variabel, ohne überladen zu wirken. Zudem besitzen besonders die Stücke „Love’s Divine“, „Let Me Roll“ oder „Heavenly…“ ausgesprochenes Hitpotenzial.