“Wir haben uns zunehmend auf Festivals spezialisiert, weil es uns zum einen viel Spaß bereitet und weil zum anderen auch ein Markt dafür vorhanden war“, erklärt Folkert Koopmanns im Gespräch mit musikwoche.de. Derzeit bereitet sich sein Team auf die Festivals „Southside“ in Tuttlingen, „Hurricane“ in Scheeßel, „M“era Luna“ in Hildesheim, „Highfield“ in Erfurt und „Chiemsee Reggae“ in Übersee vor. Doch damit ist die Grenze noch nicht erreicht: Koopmanns hat nach eigenen Angaben weitere Konzepte griffbereit. Zwar sei eine Sättigung bei den vorhandenen Musikrichtungen erkennbar. Dafür sieht er aber für Festivals, die sich auf Country- und Western-Musik oder Dance ausrichten, ebenso Chancen wie für Open-Airs, die sich für Familien eignen.
Neben der Ausrichtung der Festivals hat sich Scorpio vor allem durch Tourneen von Nachwuchsbands einen Namen gemacht. Koopmanns widerspricht der Ansicht, dass nach der Übernahme durch CTS im Sommer 2000 schnelle Ergebnisse statt kostenintensiver Nachwuchs-Förderung gewünscht würden: „Im Gegenteil – jetzt ist es uns eher möglich, in junge Bands zu investieren, weil die Gruppe der Konzertveranstalter innerhalb von CTS Geld verdient, das in den Nachwuchs gesteckt werden kann.“ Den Eintritt in die CTS-Gruppe beurteilt der Geschäftsführer sehr positiv: „Seitdem kann ich auf einer anderen Ebene arbeiten, die beteiligten Firmen ergänzen sich sehr gut.“
Folkert Koopmanns gründete Scorpio 1990 und arbeitete zuvor als Booker für die Große Freiheit in Hamburg, als Aufbauhelfer und als Veranstalter. 1992 feierte er einen ersten großen Erfolg mit der Europa-Tournee von Inner Circle, 1997 ergänzte mit dem „Hurricane“ das erste Festival das Scorpio-Portfolio. Mittlerweile hat das Unternehmen, das pro Jahr zwischen 400 und 500 Konzerte veranstaltet, rund 20 feste Mitarbeiter. Scorpios Firmenphilosophie beschreibt Koopmanns mit dem Satz: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Den Scorpio-Chef drängt es, im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen, eher selten in die Öffentlichkeit: „Ich lasse stets den Künstlern den Vortritt und arbeite lieber im Hintergrund“, erklärt er seine Strategie.


