Musik

Scooter: Echo-Gewinner geraten unter Erfolgsdruck

Das zehnte Studioalbum von Scooter ist mit einer großen internationalen Erwartungshaltung konfrontiert. Im Gespräch mit musikwoche.de zieht Bandmanager Jens Thele eine Bilanz über das bisher Erreichte.

“Wir sind gerade vor der Veröffentlichung dieses Albums sehr aufgeregt, weil inzwischen nicht nur Deutschland gespannt darauf gewartet hat“, erklärt Jens Thele, Head of A&R/Managing Director bei Kontor Records und langjähriger Scooter-Manager über „The Stadium Techno Experience“, das zehnte Studioalbum des Trios (Sheffield Tunes/Kontor/edel, Bestellnummer: 0147102STU, VÖ: 31. März). Vor allem mit dem weltweiten Erfolg der Singles im vergangenen Jahr schuf Scooter eine neue Ausgangsbasis: „Vor allem der Erfolg in England macht uns sehr glücklich. Neben dem Quäntchen Glück, das immer dazu gehören muss, liegt dieser Erfolg auch an der verbesserten Labelzusammenarbeit. Unsere Partner edel UK und das Label All Around The World haben dort sehr gute Arbeit geleistet, etwa auch mit speziellen Mixen für den englischen Markt.“ Diese länderspezifischen Erwartungen spielten jedoch keine Rolle beim kreativen Prozess im Studio, wie Thele berichtet: „Der Druck bei der Produktion des Albums war schon sehr groß, aber das war ein positiver Druck. Das hat bei Scooter auch in der Vergangenheit schon immer funktioniert. Und auch dieses Mal war die Abgabefrist so kurz angesetzt, dass im Studio gar keine Zeit war, sich Gedanken darüber zu machen, ob das nun auch in England oder Holland funktionieren wird.“

Stattdessen arbeiteten H.P. Baxxter, Rick Jordan und Neuzugang Jay Frog, der den Ausstieg von Axel Coon laut Thele „völlig kompensiert“ hat, an dem Album, das dieses Mal mit einem noch höheren Anteil an Vocals stärker song- denn trackorientiert daherkommt. „Musikalisch ist das neue Album sehr eigenständig geworden. Denn nur 20 Prozent sind Bearbeitungen von bekannten Tracks, die zudem zum Teil nur sehr verdeckt eingesetzt werden“, informiert Thele, der zudem auf die Bedeutung des gewonnenen Echos hinweist: „Dieser Gewinn war extrem wichtig für uns, er hat uns bei der Promotion-Arbeit einiges leichter gemacht. Hinzu kommt, dass H.P., der oft etwas belächelt wurde, seit gut einem Jahr ein echter Star ist. Das sieht man auch an seiner Medienpräsenz.“ Damit setzt die Band im Sinne des klassischen Artist Development ihren Weg fort, wie Thele resümiert: „Wir sind natürlich sehr stolz und glücklich, dass es im zehnten Bandjahr immer noch stetig bergauf gegangen ist – auch international. Dass Scooter nun bald eine Lebensspanne wie Die Toten Hosen oder Die Ärzte haben würde, hat wohl kaum einer erwartet.“