Man sollte den Tag nie vor dem Abend und das Jahr nicht vor Silvester loben – diese Erkenntnis befällt nun alle jene Weissager, die das Album „Hopes And Fears“ von Keane schon vor dem Jahreswechsel als den britischen Bestseller 2004 bezeichnet hatten. Nach der Bilanz der Official UK Charts Company bleibt für das Trio aus der Grafschaft Sussex nämlich nur der zweite Platz.
Das bestverkaufte Album in Großbritannien war im vergangenen Jahr indes das Debüt der Scissor Sisters. Die Formation aus New York fand exakt 1.594.259 zahlende Fans – 582 mehr als Keane. Die Briten lagen zwar bis zuletzt in den provisorischen Jahresabrechnungen vorne, doch die letzte Verkaufswoche brachte die Entscheidung: 42.952 Käufer entschieden sich kurz vor Neujahr noch für „Scissor Sisters“ lediglich 32.011 CD-Kunden wollten „Hopes and Fears“ haben. An dritter Stelle lief bei diesem Kopf-an-Kopf-Rennen Robbie Williams ins Ziel ein, der von seinen „Greatest Hits“ etwas mehr als 1,5 Mio. Einheiten absetzen konnte, gefolgt von Katie Melua und ihrem Album „Call Off The Search„. Zudem in den Top Ten der Bestseller 2004: Maroon 5, Anastacia, Usher, Norah Jones, Snow Patrol und Il Divo.
Der Erfolg der Scissor Sisters zeigt, wie sehr sich amerikanische A&Rs im Geschmack der Europäer verschätzt haben: Die New Yorker kamen bei keinem großen US-Label unter, sondern unterschrieben ihren Plattenvertrag bei der britischen Polydor. Für Großbritanniens Universal-Chef Lucian Grainge ein Traumergebnis: „Die beiden bestverkauften Alben des Jahres sind von Newcomer-Acts, die bei Universal UK unter Vertrag stehen.“



