Musik

Schlag gegen ein neues Bündnis aus Tonträgerpiraten und Neonazis

Unterstützt von mehr als 100 Kriminal- und Schutzpolizisten, Staatsanwälten und Zoll- und Steuerfahndern gelang dem Internationalen Phonoindustrieverband IFPI und dem Landskriminalamt Schlewig-Holstein der bislang größte Schlag gegen Tonträgerpiraterie. Allein am 21. Oktober durchsuchten Ermittler 26 Objekte und verhörten 17 Personen in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Laut Winfried Buttgereit, Kriminaldirektor und Leiter des Staatsschutzdezernates, begegnete man hierbei erstmals einem Netzwerk der rechtsradikalen Szene, welches sich mit herkömmlichen Piraten verbündet hatte: „Die Maßnahmen richteten sich gegen Produzenten und Verbreiter illegal hergestellter Tonträger, wie CDs aber auch LPs oder Videos, mit zum Teil volksverhetzendem Inhalt.“

Beschlagnahmt wurden mehr als 265.000 CDs, darunter 31.000 mit rechtsextrem Inhalt. Zusätzlich fanden die Fahnder noch Konfektionsmaterial für weitere 175.000 CDs sowie Produktionsmittel für die weitere Fertigung, so 685 DAT- und Mutterbänder und 1404 LP-Stanzen. Buttgereit: „Es liegen Erkenntnisse vor, daß Beteiligte den Erlös der Straftaten zur Finanzierung politischer Aktivitäten genutzt haben.“