Nach Analyse der IFPI Austria teilt sich die illegale Nutzung von Musikrechten in drei Bereiche auf: Zum einen die klassische Piraterie der Raubkopien und Fälschungen, zum anderen die Internet-Piraterie und schließlich die illegale Anfertigung von CD-R-Kopien. Raubkopien, Bootlegs und Ident-Fälschungen kamen in Österreich im Jahr 2000 auf einen Marktanteil von 1,5 Prozent des Tonträgermarkts.
Der Anteil illegaler Tonträger wurde durch die Zusammenarbeit der IFPI mit Zollbehörden und Presswerken sowie aufgrund unermüdlicher Informationsarbeit auf diesem im internationalen Vergleich niedrigen Stand gehalten. Zudem brachten Erfolge aus juristischen Auseinandersetzungen eine Rekord-Schadensersatzsumme von 60 Millionen Schilling – rund 4,4 Millionen Euro. Haupteinfuhrländer der illegalen Ware sind Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien.
Die Wiener IFPI durchsuchte zudem das Internet nach illegalen Audio-Files: Im vergangenen Jahr wurden so 240 Websites auf Betreiben der IFPI geschlossen – ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neue Zahlen aus Österreich belegen auch die Gefährdung des Tonträgermarkts durch illegale Kopien auf CD-R: Dem Marktforschungsinstitut Fessel-GfK zufolge wurden im vorigen Jahr neun Millionen CD-Rs mit Musik bespielt. Im Jahr 1999 lag diese Zahl noch bei fünf Millionen Exemplaren, und angesichts von 22,5 Millionen verkauften Tonträgern in Österreich spricht Thomas Böhm, Leiter der IFPI-Öffentlichkeitsarbeit, von einer „ernstzunehmenden Gefährdung für den Musikmarkt“.
Zudem ersetze das Brennen einer CD häufig den Kauf einer Original-CD. Auch die Lizenzausfälle für Künstler und Produzenten durch gesetzlich erlaubte Privatkopien sind beachtlich: Sie beliefen sich im vergangenen Jahr auf 450 Millionen Schilling. Abgaben, die unter die Leerkassetten-Verordnung fallen, können diese Ausfälle nicht kompensieren.


