Beim Pressetermin in Santanas Office im kalifornischen San Rafael grinst der 55-jährige Gitarrist auf die Frage, wie er bei der Produktion des neuen Albums mit dem Erwartungsdruck umgegangen sei. „Ich bin so naiv, dass ich nicht daran denke. Ich kenne keine Konkurrenz. So ticke ich nicht. Ansonsten wäre ich wohl völlig durchgedreht.“ Santana ist offensichtlich nicht durchgedreht, denn mit „Shaman“ zeigt er sich auf der Höhe seiner künstlerischen Möglichkeiten. So finden sich auf dem Album mindestens eine Handvoll potenzieller Singles. Eine aufwändige Marketing-Kampagne mit einem Gesamt-Mediavolumen von rund einer Million Euro begleitet „Shaman“. Die Kampagne umfasst eine TV-Kooperation mit RTL für die Vorab-Single „Game Of Love“ und für das Album, zusätzliche TV-Spots bei anderen Sendern, eine bundesweite Plakatierung zwei Wochen ab VÖ in Verbindung mit vielfältigen Handelsaktivitäten sowie eine Printkampagne. Die Teilnahme Santanas an einer quotenstarken TV-Show ist in Planung.
„Shaman“ folgt demselben Konzept wie der erfolgreiche Vorgänger „Supernatural“. Wieder holten Santana und sein Co-Produzent Clive Davis versierte Künstler ins Studio, die für Abwechslung sorgen, ohne die Gefahr aufkommen zu lassen, dass alles in Beliebigkeit abgleitet. „Es geht immer um die Songs“, meint Santana, „erst dann überlegen wir uns, wer dazu passen könnte. Ich bin sehr dankbar, dass es viele Leute gibt, die nach ‚Supernatural‘ mit mir arbeiten wollen.“ Zu den Gästen gehören diesmal unter anderem die junge Songschreiberin Michelle Branch bei der luftig melodiösen Uptempo-Single „Game Of Love“, Soulstar Macy Gray beim groovigen „Amore“, Newcomer Musiq (ehemals Musiq Soulchild) beim akustischen „Nothing At All“, Seal beim intimen „You Are My Kind“ oder Wyclef Jean bei dem von HipHop infizierten Titel „Since Supernatural“.
Überraschend sind sicher der Hardrock-Kracher „America“ mit P.O.D. und noch mehr das hymnische Stück „Novus“ mit Star-Tenor Placido Domingo. Auf die Teilnahme des Opernsängers ist Santana besonders stolz, denn „Novus“ stellt für ihn die gelungene Synthese aus Oper, Rumba und Rock dar. Der Song steht auch inhaltlich für das Album: „Die Botschaft von ‚Supernatural‘ bestand darin, die Menschen einzuladen, Freude zu schaffen. Die Botschaft von ‚Shaman‘ ist Heilung, das Erkennen deiner Vollkommenheit.“ Vom außerordentlichen Potenzial des neuen Albums ist Santanas Plattenfirma überzeugt. Und Dr. Hanns-Peter Bushoff, Produktverantwortlicher bei BMG Ariola München hofft, dass ‚Shaman‘ an den Erfolg von ‚Supernatural‘ anknüpft.



