Musik

Sänger der globalen Widersprüche

Mit seinen beiden Alben „Clandestino“ und „… Proxima Estacion… Esperanza“ wurde Manu Chao zum Superstar; vor allem in der Dritten Welt und in Lateinamerika genießt der aus Paris stammende Musiker einen legendären Status, wie ihn allenfalls noch Bob Marley vorweisen konnte.

Dass sein noch relativ junges Leben genug Stoff für ein spannendes Buch liefert, beweist die Biografie von Alessandro Robecchi. Der italienische Rundfunkjournalist hat nicht nur mit Chao ausführlich gesprochen, sondern auch gründlich recherchiert. So gelingt es ihm, Chaos musikalische Laufbahn von den Anfängen in der Pariser Punkszene über die Band Mano Negra bis zu den beiden Soloalben kenntnisreich zu vermitteln. Dass es dabei – wie der Titel „Musik und Freiheit“ andeutet – stets auch um den Widerspruch zwischen politischen und kommerziellen Gegebenheiten einerseits und sozialrevolutionärem Impetus sowie künstlerischer Freiheit andererseits geht, macht die Lektüre dieser Biografie reizvoll. Und Robecchi hat vermutlich die erste Künstlerbiografie aus dem Blickwinkel der Globalisierungsgegner geschrieben. Dass sich Manu Chao als Sänger der globalen Widersprüche zu diesen zählt, den Erfolg seiner Musik zum großen Teil aber den globalen Strukturen der Unterhaltungsindustrie verdankt, ist wohl typisch für den Stand der Dinge auf der Welt.

Alessandro Robecchi: Manu Chao – Musik und Freiheit; Ullstein; ISBN 3-548-36344-X; 379 Seiten; 8,95 Euro