Die Betreiber eines russischen Presswerks haben sich im Rahmen einer Schadenersatzklage außergerichtlich mit der internationalen Tonträgerbranche geeinigt. Das Unternehmen Roff Technologies zahlt laut IFPI eine „substanzielle Summe“ an die Rechteinhaber, die im Gegenzug ihre zivilrechtlichen Schritte einstellen. Mit diesem Vergleich endet nach mehr als einem Jahr ein Verfahren, in dem acht internationale Plattenfirmen dem Unternehmen Roff vorwarfen, im großen Stile illegale CD-Kopien von Künstlern wie Bruce Springsteen, Christina Aguilera, Linkin Park und weiteren Popgrößen produziert und international verbreitet zu haben. Die klagenden Plattenfirmen forderten noch im März 2004 Schadenersatzzahlungen in Höhe von 40 Mio. Rubel, damals umgerechnet rund 1,4 Mio. Dollar. Welche Summe nun zum Abschluss des Verfahrens erreicht werden konnte, bleibt allerdings unklar.
IFPI-Piraterieexpertin Lauri Rechardt bezeichnete den Vergleich als Warnung an alle russischen Presswerksbetreiber, bei der Auftragsannahme nicht zu leichtfertig vorzugehen. Trotzdem sei dieser eine Erfolg noch keine Lösung des russischen Piraterieproblems: Maßnahmen der Regierung zur Kontrolle von Presswerken und zur effektiven Bekämpfung der Piraterie seien ebenso dringend erforderlich wie spürbare Strafen.


