Alles begann vor 25 Jahren mit „Rolfs Vogelhochzeit“, einem Singspiel für Kinder. Wenig später folgte „Rolfs Schulweg-Hitparade“, und dann ging es Schlag auf Schlag: Mit „Du da im Radio“ und „… ganz doll mich“ schafften Rolf und seine Freunde Anfang der 80er-Jahre bundesweit den Durchbruch. Seitdem hat Zuckowski über zehn Millionen Tonträger verkauft und gilt deshalb nicht von ungefähr als Wegbereiter für Kindermusik in Deutschland. Anlässlich seines Jubiläums präsentierte sich der 55-jährige Sänger und Gitarrist Anfang September in der Mainzer Phönixhalle seinen kleinen Fans von heute und seinen groß gewordenen Anhängern von einst gleich sieben Mal solo und mit Band: Die Mitschnitte der Konzertreihe bilden die Grundlage für Zuckowskis erste Live-CD – den Doppelpack „20.00 h – live“ mit Liedern für Eltern und Großeltern – und auch für eine CD mit Kindermusik, die unter dem Titel „16.00 h – live“ im Herbst 2003 erscheinen soll.
Dabei ging es dem „Spielmann“ nicht in erster Linie darum, Live-Stimmung zu vermitteln, sondern neben bekannten Songs auch völlig neue Stücke vorzustellen. Dass er seit vier Jahren wieder eine eigene Band hat, ist „die Erfüllung eines Traums“: Er lasse sich gern von seinen „großen Freunden“ beeinflussen, zu denen auch Tochter Anuschka und Sohn Alexander gehören. Nach wie vor hat er sich die Freude an seiner Arbeit bewahrt: „Für mich ist die Magie noch voll vorhanden. Geändert haben sich jedoch meine musikalischen Ambitionen, gerade was Komposition und Arrangements angeht.“ Vordergründige Effekthascherei ist seine Sache nicht: „Ich bin mit meiner Musik immer auf der Spur geblieben und lege Wert darauf, dass sie Kindern gut tut“.
Zuckowski sieht sich als „Verbündeter von Menschen mit Kindern“ und ist sich sicher, dass man als Künstler auf Kinder authentischer wirkt, wenn man auch Lieder für die Mamas und Papas im Repertoire hat. Doch er weiß auch, dass junge Eltern mit dem Internet und dem CD-Brenner umgehen können: Auf entsprechende Auswirkungen im Bereich der Kindermusik müsse man sich einrichten. Zum Glück lebe Musik für Kinder aber stark davon, „dass das Ganze auch körperlich Freude macht“: Die CD oder Cassette sei doch etwas anderes als die Datei auf der Festplatte. „Und eine schön gestaltete CD lässt sich besser verschenken als ein Download“. Seine 160 Seiten starke Bilderbuch-CD „Kinder brauchen Träume“ sei in diesem Zusammenhang das beste Beispiel – „ein absoluter Überraschungserfolg für uns“. Es könne jedoch nicht die Lösung sein, nur noch klingende Bilderbücher zu machen. Doch die Freude am Geschenk werde die CD im Kindermusik-Genre noch lange am Leben erhalten – „und der Anteil der Cassette nimmt kontinuierlich ab“.
Nachdem er im vergangenen Jahr im Gegensatz zur Branche keinen Einbruch bei den Verkaufszahlen verzeichnen musste, hat Rolf Zuckowski heuer doch gemerkt, „dass die Dinge nicht spurlos an uns vorbeigehen“. Von den Live-CDs verspricht er sich aber ebenso neue Impulse wie von der Auffrischung seines Backkatalogs durch Remastering und aktualisiertes Artwork, „das im Vergleich mit modernen Kinderprodukten teils doch recht altmodisch aussah“. Auch die Plattform www.popfile.de behält der diplomierte Betriebswirt im Auge: „Wir sehen es uns mit großem Interesse an und werden vielleicht in Zukunft unsere Variante anbieten. Aber die ersten müssen wir nicht sein, das sollte erst einmal die Popmusik ausprobieren.“



