Die Zwischenbilanz könnte nicht beeindruckender ausfallen. „Raise Your Hands“ ist mehr als nur ein Live-Album. Reamonn, die seit fünf Jahren in der unveränderten Besetzung Rea Garvey (Gesang, Gitarre), Uwe Bossert (Gitarre), Mike „Gomezz“ Gommeringer (Schlagzeug), Philipp Rauenbusch (Bass) und Sebastian Padotzke (Keyboard/Saxophon) musizieren, liefern mit dem Live-Longplayer zugleich eine Art Best-Of-Zusammenstellung, die noch einmal alle Erfolge der letzten Jahre enthält und zwar in elektrisierenden Live-Versionen, mitgeschnitten auf der letzten Deutschland-Tournee.
„Wir haben uns auf das konzentriert, was wir am besten können“, erklärt Sänger Reamonn. Gemeint ist das exzellente Songwriting, mit dem die Gruppe seit fünf Jahren von Erfolg zu Erfolg eilt.
Schweißtreibende Live-Konzerte
Angefangen bei dem im Mai 2000 veröffentlichten Debüt „Tuesday„, mit dem Reamonn aus dem Stand zu einer der erfolgreichsten Rock-Formationen Deutschlands avancierte, über das 2001 erschienene zweite Album „Dream No. 7“ bis hin zum 2003 erschienenen dritten Longplayer „Beautiful Sky„, der bis jetzt stolze 65 Wochen in den Charts Präsenz zeigte und inzwischen mit Platin für über 200.000 verkaufte Einheiten ausgezeichnet wurde.
Sehr schnell machte man sich auch durch schweißtreibende Live-Konzerte einen Namen. Und mit der Single „Supergirl„, bis heute ein Dauerbrenner bei diversen Radiostationen, gelang Reamonn gleich zu Beginn der Karriere eine unvergleichliche Hymne, die deutlich die Stärken der Band aufzeigte.
Die liegen eindeutig, wie bereits erwähnt, im Songwriting: Ihre Kombination aus eingängigen, oft verträumt-romantischen Melodien und gefühlvollen Texten hat die Gruppe bis heute beibehalten und von Album zu Album immer weiter perfektioniert.
Livemusik für zuhause
Wie gut die fünf Musiker der irisch-deutschen Band auf der Bühne harmonisieren, lässt sich nun mit „Raise Your Hands“ endlich auch zu Hause überprüfen. Wer die einmalige Stimmung bei einem ihrer Konzerte noch nicht erlebt hat, der wird mit diesem Album, das neben der normalen CD, die 13 Songs enthält, auch in einer limitierten Auflage als Doppel-CD mit 18 Tracks erscheint, bestens bedient.
Auf beiden Konfigurationen enthalten sind die großen Hits wie „Supergirl“, „Josephine“ und „Star„, die live sicherlich zu den absoluten Höhepunkten zählen. Doch Reamonn ist keine Band, die sich nur auf ihr Hitmaterial verlässt. Ebenso beseelt spielt die Gruppe auch bei etwas weniger bekannten Songs wie „Pain“ oder „Alright“ und zeigt, wie man live den eigenen Kompositionen noch neue Facetten abgewinnen kann, ohne dabei in endlose Improvisationen abzugleiten.
Spielwitz gepaart mit Energie
Der Band gelingt es, das hohe Energielevel der Alben beim Live-Auftritt nicht nur zu halten, sondern noch weiter zu steigern. Bestes Beispiel hierfür: der Track „Life Is A Dream“ aus dem zweiten Album „Dream No.7“, den die Musiker so kraftvoll darbieten, als müssten sie alle Energie auf diesen einen Titel konzentrieren. Doch der Song ist keine Ausnahme, auch den Rest des Materials zeichnet ein vergleichbarer Spielwitz aus.
Wer sich nicht mit dem rein akustischen Eindruck zufrieden geben will, der muss noch bis zum 25. Oktober warten, denn dann erscheint die erste DVD von Reamonn, die den diesjährigen Triumphzug durch die deutschen Konzerthallen auch visuell eindrucksvoll wiedergeben dürfte.


